Djihad... Was ist das?

Nichts anderes wird in den letzten Jahren, vor allem nach 9/11, mehr diskutiert wie der ISLAM. Fast täglich werden wir in den Medien damit konfrontiert, das der ISLAM eine Terror-Religion sei und sich zum Auftrag gemacht hat, die Welt in den "Heiligen Krieg" (Djihad) zu stürzen.

 

Der Begriff "Djihad" wird in den westlichen Medien ausnahmslos in Verbindung mit Terror erwähnt und assoziiert. Will der Westen der Muslimischen Welt erklären was "Djihad" bedeutet weil sie es besser wissen als 1,5 Mrd. Muslime oder steckt etwas anderes dahinter? Der Begriff „Anstrengung“ bzw. „Bemühung“ kann sowohl für/von Muslime(n) als auch Nicht-Muslime(n) verwendet werden. Beispielsweise sagt Allah, der Einzige und Wahrhaftige Gott, im Koran: „Und wir haben dem Menschen anbefohlen, seine Eltern mit Güte zu behandeln. Wenn sie sich aber darum bemühen, daß Du Mir das beigesellst, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht...“ (29:8; siehe auch 31:15).

 

In den zwei oben genannten Koran-Versen sind es nicht-muslimische Eltern, die sich „darum bemühen“, ihr muslimisches Kind zu ihrer Religion zu bekehren.

 

Im Westen wird „Djihad“ in der Regel mit „Heiliger Krieg“ übersetzt, eine Verwendung, die von den Medien popularisiert wurde. Gemäß der islamischen Lehre ist es UNHEILIG, einen Krieg anzustiften oder zu beginnen. Dennoch sind einige Kriege unvermeidlich und gerechtfertigt. Wenn wir den Begriff „Heiliger Krieg“ ins Arabische rückübersetzen, erhalten wir „harbun muqaddasatu“ und für „Der heilige Krieg“ „al-harbu almuqaddasatu“.

 

WIR FORDERN jeden Wissenschaftler und Gelehrten dazu auf, die Bedeutung „Heiliger Krieg" für „Djihad“ im Koran oder den authentischen Hadithsammlungen oder der frühen islamischen Literatur zu finden. Leider übersetzen selbst einige muslimische Schriftsteller und Übersetzer von Koran und Hadith -Texten sowie anderer islamischer Literatur den Begriff „Djihad“ aufgrund des Jahrhunderte langen Einflusses durch westliche Propaganda mit „Heiliger Krieg“. Dies könnte als Anlehnung an den christlichen Gebrauch des Begriffes „Heiliger Krieg“ gesehen werden, der sich auf die Kreuzzüge bezieht. Die arabischen Begriffe für Krieg, die im Koran und den Hadithen gefunden werden, sind jedoch „harb“ oder „qital“.

 

Der Koran ermahnt die Gläubigen, „sich für Gott einzusetzen, wie der richtige Einsatz für Ihn sein soll.“ (22:78)* Diese ernsthafte Anstrengung wird im Arabischen mit dem Begriff „djihad“ zum Ausdruck gebracht, der abgeleitet wird von der Wurzel „djuhd“, was so viel wie sich mühen, um etwas ringen bedeutet, das heißt, sich aufs Äußerste anzustrengen, sein Ziel zu erreichen. Djihad ist im Islam die spirituelle Anstrengung, durch die der Gläubige zum Gottesbewusstsein gelangt. Diese durchzieht das ganze Leben des Gläubigen. Gemäß dem Islam befindet sich jede Person in einer Prüfung. Jede Situation, ob angenehm oder unangenehm, mit der man konfrontiert wird, ist eine Prüfung für den Menschen. Es erfordert von jeder Person, standhaft zu bleiben in den Prinzipien der Gerechtigkeit, der Aufrichtigkeit und Verantwortlichkeit, womit auch immer er im Leben konfrontiert wird.

 

Bei der Entwicklung seiner Selbst ist dieser edle Charakter während seines ganzen Lebens die Anstrengung, durch die der Gläubige zu gehen hat. Und das ist der wahre Geist des Djihad. Wenn, zum Beispiel, eine Angelegenheit der Wahrheit an einen Menschen herangetragen wird und er sie nicht erkennen kann aus Sorge, seinen Status zu verlieren; wenn man das Vermögen oder Eigentum von jemandem in seinem Besitz hat und zögert, es dem rechtmäßigen Besitzer wiederzugeben; wenn man seinen Ärger zügelt, um ein Leben zu führen in Bescheidenheit, wie es von Gott gewünscht ist; wenn man die Unterdrückung der Wut und Rachsucht findet, um geduldig zu sein in Bezug auf das eigene Nichts; wenn man versäumt, Worte der Wahrheit zu sprechen und aufzustehen für die Gerechtigkeit aus Angst, seine Beliebtheit zu verlieren. Bei allen solchen Gelegenheiten muss der Mensch den rechten Pfad beschreiten.

 

In einem Vers sagt der Koran: „Setze dich mit dem Koran ein mit großem Einsatz.“ (25:52)

 

Der Koran ist Gottes Wort und kein Schwert, so bedeutet „setze dich mit großem Einsatz mit dem Koran ein“, etwas mit großem Einsatz zu tun mit der grundlegenden Kraft des Koran. Tatsächlich ist Djihad nur ein anderer Begriff für friedvolle Aktion. Und friedvolle Aktion ist die einzige Waffe, mit der der Islam seine Ziele und Zustände erreichen will. Djihad bedeutet hier friedlicher Kampf, um das Wort Gottes in der ganzen Menschheit auszubreiten. Wenn Djihad das innere Streben impliziert, was ist dann mit den Aktivitäten, die dasselbe Wort benutzen, um sich der Gewalt hinzugeben? Seitdem die frühen Moslems hart in Kriegen gegen Angreifer kämpfen mussten, wurden diese Kriege im erweiterten Sinne Djihad genannt. Das wirkliche Wort für einen solchen Krieg ist auf Arabisch aber "qital", nicht Djihad. Wenn der Koran sich auf Krieg oder Kampf bezieht, nutzt er das Wort „qital“ und nicht Djihad. Krieg schließlich ist im Islam nicht das Vorrecht einer einzelnen Person, sondern einer etablierten Regierung.

 

Die meisten Aktivitäten des Islam werden durch bestimmte Bedingungen geregelt. Das Führen eines Krieges steht so auch unter bestimmten Prinzipien. Der Prophet des Islam begann mit seiner Mission im Jahre 610. Verschiedene Ereignisse aus der Zeit von Mekka sind überliefert als Gräueltaten, die dem Propheten und seinen Nachfolgern von den Gegnern seiner Mission zugefügt worden waren. Aber der Prophet nahm niemals die Konfrontation in Anspruch. Nach dreizehn Jahren friedlicher Verbreitung der islamischen Lehre in Mekka wanderte der Prophet nach Medina aus, als seine Gegner planten ihn zu ermorden. In Medina nahmen die meisten der Einwohner den Islam an und ein Stadtstaat wurde gegründet.

 

Seit die Gegner in Mekka beschlossen hatten, den Islam im Keim zu ersticken, begannen sie mit bewaffneten Aggressionen gegen den Staat von Medina. Es war hier, dass Verse des Krieges im Koran offenbart wurden und dem Prophet auferlegt wurde, sich aufgrund der Selbstverteidigung mit dem Krieg zu befassen. Ein wichtiges Prinzip, das von dieser frühen Geschichte des Islam abgeleitet werden kann, ist, dass Krieg nur von einem Staat geführt werden darf, nicht von einem nichtstaatlichen Aktivisten. Im Islam ist kein Platz für nichtstaatliche Kriegsführung. Ebenso kann Krieg im Islam allein aus Verteidigungszwecken sein, wenn die Option des Friedens und Verhandlungen gescheitert sind. Es gibt verschiedene Ereignisse im Leben des Propheten, die deutlich machen, dass der Gründer des Islam immer bemüht war um die Vermeidung des Konflikts. Die Position des Friedens ist dem Islam sehr heilig. Djihad ist folglich der friedliche Kampf für das Erreichen einer edlen Sache.