Ein Gott... Warum mehrere Religionen?

Die ganze Geschichte hindurch hat Gott vielen Völkern Seine Boten geschickt. Diese riefen die Menschheit zum "rechten Weg" auf und teilten ihnen Seine Wege mit. Jedoch ist es heute ein weitverbreiteter Glaube, was durch verschiedene Boten der Menschheit überbracht worden ist, seien unterschiedliche Religionen gewesen. Das ist ein Missverständnis.

 

Die Religionen, die Gott zu unterschiedlichen Völkern zu verschiedenen Zeiten gesandt hat, waren allgemein dieselben. Jesus schaffte zwar einige der Verbote ab, die durch die vorhergehende Religion überliefert worden waren, jedoch gibt es im Prinzip keine großen Unterschiede zwischen den Religionen, die von Gott offenbart wurden. Was den Gesandten, wie Moses oder Jesus und dem letzten Gesandten Muhammed offenbart worden ist, ist im Wesentlichen immer dasselbe:
Sprich: "Wir glauben an Allah (Gott) und an das, was uns herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael und Isaak und Jakob und dessen Nachkommen herabgesandt worden war, und was Moses und Jesus und den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied zwischen einem von ihnen, und Ihm sind wir ergeben. Wer eine andere Religion als den Islam will, sie soll von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er verloren sein. (3:84-85)

 

Wie im obigen Vers ersichtlich, ist der rechte Weg, der den Menschen offenbart wurde, der Islam (sich Gottes Geboten unterwerfen; nach Gerechtigkeit und Frieden streben). Was wir vom Koran verstehen, ist, dass alle Propheten die Menschheit zum gleichen Weg aufriefen. Gott lenkt unsere Aufmerksamkeit auf diese Tatsache im folgenden Vers:
Er hat euch als Religion anbefohlen, was Er Noah vorschrieb und was Wir dir offenbarten und Abraham und Moses und Jesus auftrugen: am Glauben festzuhalten und ihn nicht zu spalten. Schwer ist für die Götzendiener das, wozu du sie aufrufst. Allah erwählt dafür, wen Er will, und leitet den, der sich reumütig bekehrt. (42:13)

 

In einem anderen Vers sagt Allah: "...und es ist Mein Wille, dass der Islam euer Glaube ist..." (5:3). Gott sandte Seine Boten, um die Religion "ad-Din" (den rechten Weg) als Lebensweise, ihren Völkern mitzuteilen und die Menschheit vor dem "verlassen des rechten Weges" zu warnen. Jede Person, die die Botschaft Gottes erfährt, und damit zu dieser Religion (Lebensweise) aufgerufen ist, ist verantwortlich dafür, an dieser  Lebensweise festzuhalten.

Einige Gesellschaften haben die Botschaft angenommen, andere leugneten sie. In anderen wiederum degenerierte der rechte Weg zu entartetem Glauben nach dem Tod ihrer jeweiligen Boten. Der Koran sagt:
Siehe, die Religion bei Allah ist der Islam. Und die, denen die Schrift gegeben wurde, wurden erst uneins, nachdem das Wissen zu ihnen gekommen war - aus Neid aufeinander. Und wer die Zeichen Allahs verleugnet - siehe, Allah ist schnell im Abrechnen. (3:19)

 

Eines dieser Völker, das verloren ging, nachdem es für eine Weile in der rechten Weise gelebt hatte, waren die Kinder Israels. Wie der Koran uns informiert, schickte Gott den Kindern Israels viele Propheten. Doch jedes mal, wenn sie sich gegen einen Propheten auflehnten, oder nachdem ein Prophet gestorben war, kamen sie vom rechten Weg ab und ihr Glaube entartete. Außerdem wissen wir vom Koran, dass selbst als Moses noch lebte, die Kinder Israels das "goldene Kalb" (materielle Habgier) während seiner kurzen Abwesenheit anbeteten. (Nachzulesen in Sure 20, Vers 83-94) Nach dem Ableben von Moses schickte Gott den Kindern Israels viele weitere Propheten, um sie zu warnen; dieser Gesandte war Jesus (Isa).

 

Während seines Lebens rief Jesus die Menschen auf, die Religion zu leben, die von Gott offenbart wurde und erinnerte sie, aufrichtige Diener Gottes zu sein. Er unterwies sie in den Geboten des Injils (Evangeliums). Den unsachgemäßen Unterricht der Rabbiner kritisierend, die für die Degeneration der rechtmäßigen Religion verantwortlich waren, schuf Jesus Richtlinien ab, die durch die Rabbiner selbst erfunden worden waren, wodurch sie persönliche Gewinne erzielten. Er rief die Kinder Israels zur Einheit Gottes, zur Wahrhaftigkeit und zur rechtschaffenen Führung zusammen. Der in dieser Verbindung stehende Vers im Koran lautet: Und (ich komme zu euch) als ein Bestätiger der Thora, die bereits vor mir da war, und um euch einen Teil von dem zu erlauben, was euch verboten war. Und ich komme zu euch mit einem Zeichen (3:50)

Jedoch nachdem Jesus diese Welt verlassen hatte, begannen einige seiner späteren Anhänger, die Offenbarung zu verderben. Unter dem Einfluss einiger heidnischer Vorstellungen, die von den Griechen kamen, erfanden sie den Glauben an die "Dreifaltigkeit" (Vater, Sohn und Heiliger Geist). Unter dem Namen des Christentums befolgten sie eine vollständig andere Religion. Heute folgt fast ein Viertel der Weltbevölkerung dem Christentum, welches sich auf Jesus bezieht. Jedoch sind die Tatsachen anders. Lange Jahre nach Jesus, schrieben verschiedene Autoren die Bücher, die wir heute als das "Neue Testament" kennen, und sie schrieben sie auf Griechisch, während die Sprache Jesus'  und seiner Jünger Aramäisch war, eine Sprache die dem Arabischen ähnlich ist. In der nachfolgenden Zeit kompilierten Historiker diese Schriften, was dazu führte, dass das Christentum heute viele von Jesus'  ursprünglichen Lehren verloren hat.

 

Nach Jesus  sandte Gott einen anderen Boten von einem anderen Stamm, so dass durch ihn die ursprüngliche Religion der Welt erneut offenbart werden würde, und Er gab ihm ein edles Buch. Dieser Gesandte ist der Prophet Muhammad und das Buch ist der Koran, die einzige unveränderte (zumindest in der Schrift) Offenbarung. Denn, auch die Mehrheit der sich "Muslime" bezeichnenden Menschen leben nicht nach Gottes Geboten. Deshalb ist es nicht richtig, daß vermeintliche "Muslime" sich als "wahre Gläubige" darstellen und alle anderen vom "rechten Weg" abgekommen einstufen.

 

Der Koran spricht genau wie die drei vorausgehenden Botschaften (Psalter, Thora und Bibel) alle Menschen der Welt an. Alle Menschen, sind verantwortlich für dieses Buch, wenn sie die Botschaft des Islams gehört haben. Sie werden laut dem Koran am Jüngsten Tag beurteilt. Heute ganz besonders sind alle Nationen der Welt in gewisser Hinsicht vereinigt und sind dank technologischer Durchbrüche fast wie ein einziger Stamm geworden. Von Akademikern wird die Welt von heute als "das globale Dorf" bezeichnet. Folglich gibt es wenige Menschen, die von der Existenz des Korans nichts wissen und über den Islam nicht informiert sind. Ein großer Teil der Menschheit glaubt an den Koran, doch unter diesen gibt es viele die sich als "Muslime" bezeichnen, jedoch nicht entsprechend den Prinzipien des Korans leben.