Den Zustand überprüfen

Wenn wir uns selbst und die Menschen um uns herum betrachten, sind wir alle herzensgute Menschen, nicht wahr?! Wer behauptet schon von sich, dass er ein „böser“ Mensch ist??? Das wird keiner von sich behaupten. Die anderen sind immer die schlechten bzw. die Bösen. Bei uns selbst gibt es nichts auszusetzen, oder? Wonach bewertet dies der Mensch? Nach den Kriterien und Maßstäben seiner Familie, Freunde und Kollegen?

 

In religiösen Kreisen sind das Kriterium bzw. der Maßstab die Botschaft Gottes, dass in der Thora (AT), im Evangelium (NT) und im Koran (LT) manifestiert und offenkundig niedergeschrieben wurde. Welcher gläubige Mensch kann von sich behaupten ein guter Mensch zu sein, ohne es mit der Botschaft Gottes zu prüfen? Wenn unsere Lebensweise mit der Botschaft Gottes kollidiert, empfiehlt es sich neu zu konfigurieren!!!

 

Wir Menschen sagen: „Verglichen mit so vielen schlechten Menschen, bin ich ein guter Mensch.“ Der Koran warnt uns vor dieser Selbsttäuschung im folgenden Vers: „Siehst du nicht jene, die sich selber reinsprechen?“ (Koran 4:49) Die meisten Menschen tragen ihr Muslim oder Christ sein wie ein Ausweis. Sie sagen, „es gibt Gott“, leben aber so als gäbe es Ihn nicht. Glauben an die Botschaft Gottes, kennen aber den Inhalt nicht. Zum Beispiel verehren die Muslime den Koran. Die aller meisten jedoch nur aus der Ferne, ohne es zu berühren, geschweige denn zu lesen. Meist in schöne Tücher oder gestrickten Taschen weit oben auf Schränken oder Wänden aufbewahrt, als eine Art Dekoration, mit einen gewissen Berührungsabstand. Die Botschaft Gottes dient leider bei den meisten „Muslimen“ vielmehr dazu, es an religiösen Feiertagen oder bei Beerdigungen zu rezitieren. Nicht um es zu Lesen und zu verstehen!!! 

 

Wie lebt man ohne Rücksicht auf den Koran, obwohl man an Gott glaubt? Wie lebt ein vermeintlich „gläubiger“ Muslim, ohne den Koran zu lesen? Ist das eine Aufrichtige Lebensweise, wenn man sich für alles in der Welt Zeit nimmt, aber für das Lesen der Botschaft Gottes keine Zeit aufbringt? Die Mehrheit der Sunniten und Schiiten verrichten das rituelle Gebet fünf Mal am Tag, nehmen sich aber keine Zeit um den Koran zu lesen, und nennen sich trotzdem rühmend und voller Stolz Muslime.

 

Was für eine Art Muslim sein ist das? Was zeichnet einen als Muslim aus? Was ist in deinem Leben anders, dass dich von den anderen Menschen unterscheidet? Diese Fragen muss man stellen! Die meisten Muslime können leider die einfachsten Fragen bezüglich des Koran bzw. Islam nicht beantworten. Ist das nicht traurig?! Wie denn auch, wenn man das Buch „seiner eigenen Religion“ nicht liest…

 

Die Muslime könnten die beispielhaftesten Menschen sein. Aber warum sind sie es nicht (ohne einige wenige Ausnahmen)? Weil Geld, Karriere und Ansehen als Maßstab genommen werden, anstelle vom Koran. Das ist das herrschende Bild in der „muslimischen“ Gemeinschaft. Es ist eine große Belastung für die ehrlichen und aufrichtigen Muslime, weil sie mit der Mehrheit in einen Topf geworfen werden. Die Mehrheitsgesellschaft in Deutschland als Beispiel, sehen doch auch die Widersprüche zwischen Muslimen, sowie Muslimen und Koran. Wir erwarten Akzeptanz, Verständnis und Respekt. Aber was tun wir dafür? Legen wir dafür eine angemessene Lebensweise an den Tag?

 

Der Mensch wird krank, seine Haare Grau, der Rücken krumm, stinkt wenn er sich nicht wäscht und weiß, dass er sterblich ist und irgendwann von dieser Welt gehen muss. Trotz dessen ist der Mensch töricht und von Sinnen.

 

Er, der Schöpfer. Der die Existenz ins Leben rief, alles Seiende für uns erschuf und uns alles gab und gibt, und den wir um Hilfe bitten, wenn es uns schlecht geht… Welchen Platz hat Er bei uns, wenn es uns gut geht???

 

Wie würden wir uns verhalten, wenn wir von jemanden den wir sehr schätzen ein Brief erhalten? Wir würden den Briefumschlag sofort aufmachen und den Brief lesen, nicht wahr? Warum interessiert uns die Botschaft bzw. der Brief unseres Schöpfers nicht genauso sehr? Wir nehmen uns Zeit für alle erdenklichen Freizeitaktivitäten, aber keine halbe Stunde um den Brief von unserem Schöpfer zu lesen.

 

Wenn wir Muslime behaupten, dass Islam die wahre Religion Gottes ist, müssen wir aber auch den Nicht-Muslimen beichten, dass wir als „Muslime“ zum größten Teil diese Werte nicht vertreten. Es dürfte nicht schwer sein eine auf Güte, Gerechtigkeit und Frieden fundierendes Wertesystem aufrichtig zu praktizieren. Es sollte für einen Gläubigen nicht so schwer sein ein Gottgefälliges Leben zu führen. Wenn Jesus oder Muhammad unter uns wären, würden sie offenkundig mit den Worten „Nimmt eure schmutzigen Hände weg von der reinen Religion Gottes und vermischt eure erfundene Religion nicht in meinem Namen mit der wahren Religion Gottes“ beschweren.

 

Wenn der Prophet heute unter uns wäre und die Botschaft erneut verkünden müsste, würden sich die meisten Menschen auch heute dem Propheten mit den Worten „Bist du zu uns gekommen, damit wir Gott allein dienen und das verlassen, was unsere Väter verehrt haben? widersetzen.

 

„Mit tausenden Fabeln habt ihr den Propheten und die reine Religion belastet. Zerstört habt ihr die offenkundige Religion, erfunden und etabliert habt ihr eine neue Religion,“ beschrieb der türkische Dichter und Verfasser der türkischen Nationalhymne, Mehmet Akif Ersoy, vor 100 Jahren den Zustand der Muslime.

 

Was heute zu tun ist, liegt auf der Hand. Wir müssen die Inspiration direkt aus dem Koran entnehmen und ihn (Koran) dem Verständnis des Jahrhunderts bekannt machen. Kann ein gesunder, tugendhafter Mensch, der unsere Lebensweise, unser Verhalten, unsere Prinzipien, unsere Worte und unsere Prioritäten sieht, uns „Muslime“ für vorbildliche Menschen halten? Es fällt einem schwer zu akzeptieren, die herrschende Lebensweise der Muslime mit dem Koran (Islam) zu vereinbaren und dieser „Religion“ einen göttlichen Ursprung zuzuschreiben.

 

„Nein, vielmehr sagen sie: «Wir haben bei unseren Vätern eine bestimmte Glaubensrichtung vorgefunden, und in ihren Fußstapfen folgen wir der Rechtleitung.“ (Koran 43:22)

 

Die meisten Menschen weltweit übernehmen „Religion“ als einen Teil des allgemeinen Systems gesellschaftlicher Verpflichtungen, wonach die Religion lediglich zur Bewahrung der Tradition(en) und Zugehörigkeit dient. Somit werden Menschen in eine festgelegte Beziehung zu bestimmten Gottheiten hineingeboren. Die Menschen sind der Annahme, dass sie der Religion, der Gebote Gottes folgen und dienen. Die Mehrheit der Menschheit verleugnet die Existenz Gottes auch nicht. Jedoch stellen die Menschen eigene Gebote bzw. Gesetze neben der göttlichen und schreiben diese dann der reinen Religion Gottes zu. Somit treten sie (blind) in den Irrglauben hinein, wie ihre Väter (Ahnen) immer und überall in der Menschheitsgeschichte.

 

Und wenn ihnen gesagt wird: «Folgt dem, was Gott herabgesandt hat», sagen sie: «Wir folgen lieber dem, was wir bei unseren Vätern vorgefunden haben.» Was denn, auch wenn ihre Väter nichts verstanden haben und der Rechtleitung nicht gefolgt sind? (Koran 2:170)

 

Gemeint ist: Wenn ihre Väter auch unwissend gewesen sein sollten, nicht über die Religion nachgedacht hätten und nicht zur Wahrheit rechtgeleitet gewesen wären, dann wären sie ihnen trotzdem gefolgt. Diese Stelle zeigt, dass die blinde Übernahme für den abzulehnen ist, der zu eigener Einsicht und zur selbständigen Forschung (Idschtihad) befähigt ist. Wenn man freilich in der Religion einem anderen folgt und dabei durch irgendeinen Beweis Gewissheit hat, dass er Recht hat, wie es bei den Propheten und denen der Fall ist, die selbständig die Entscheidungen der Offenbarung erforschen, so handelt es sich nicht wirklich um eine blinde Übernahme, sondern man folgt dann dem, was Gott herabgesandt hat.

 

 

O ihr, die ihr glaubt, tretet allesamt in den Islam ein und folgt nicht den Fußstapfen des Satans. Er ist euch ein offenkundiger Feind. (Koran 2:208)

 

 

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