Liebe und Toleranz

Die Liebe ist die treibende Kraft eines jeden Lebewesens. Sie ist ein hell strahlendes Licht, eine bedeutende Macht, die jeder Außeneinwirkung standhalten und sie überwinden kann. Die Liebe wertet jede Seele, die sich ihr öffnet, auf und bereitet sie auf die Reise in die Ewigkeit vor.

 

Ein Mensch, dem es gelungen ist, mit Hilfe der Liebe Kontakt zur Ewigkeit aufzunehmen, wird sich bemühen, auch allen anderen Menschen das weiter zu vermitteln, was er von der Ewigkeit empfangen hat.

 

Dieser heiligen Aufgabe, um derentwillen er alle Arten von Entbehrungen bis in die letzte Konsequenz auf sich nimmt, widmet er sein Leben. Mit seinem letzten Atemzug spricht er das Wort "Liebe!", und Liebe haucht er auch, wenn er am Tag des jüngsten Gerichts wiedererweckt wird. 

 

Ein Liebloser Mensch kann sich nicht zum Horizont menschlicher Vollkommenheit emporschwingen. Selbst wenn er Hunderte von Jahren lebte, würde er auf dem Weg zur Vollkommenheit keine Fortschritte erzielen. Wer der Liebe beraubt ist, weil er sich in den Netzen der Selbstsucht verfangen hat, ist nicht in der Lage, irgendjemanden zu lieben, und stirbt, ohne sich jener Liebe bewusst geworden zu sein die tief im Innern des Seins angesiedelt ist.

 

Der Weg der Liebe ist der direkteste Weg in die Herzen der Menschen. Dieser Weg ist der Weg des Propheten. Wer ihm folgt, dem stehen in der Regel alle Türen offen. Sollte er doch einmal von einigen wenigen Leuten zurückgewiesen werden, so wird er doch von Tausenden anderen willkommen geheißen. Und sobald er erst einmal mit offenen Armen in Liebe aufgenommen wurde, kann ihn nichts mehr davon abhalten, sein Ziel auch zu erreichen.

 

Wie glücklich und erfolgreich doch diejenigen sind, die sich der Führung der Liebe überantworten! Und wie unglücklich doch andererseits jene sind, die die Liebe, die tief in ihren Seelen wohnt, nicht spüren und ein Leben als "Taubstumme" führen.

 

Erhabener Gott! In unserer heutigen Zeit, in der Hass und Verbitterung die Welt in Dunkelheit zu hüllen drohen, suchen wir Zuflucht bei deiner unendlich großen Liebe und klopfen mit der Bitte an Deine Tür, das Du die Herzen Deiner boshaften und mitleidlosen Diener mit Liebe und menschlichen Gefühlen füllen mögest !

 

Die Liebe ist ein Elixier. Durch die Liebe lebt der Mensch. Sie macht Ihn Glücklich, und mit ihrer Hilfe macht er auch seine Mitmenschen glücklich. Im Wortschatz der Menschheit steht die Liebe für Leben. Erst die Liebe ermöglicht uns, einander zu fühlen und wahrzunehmen.

 

Gott, der Allmächtige, hat keine zweite Verbindung erschaffen, die so stark ist wie die Liebe. Sie ist eine Kette, die die Menschen aneinander schmiedet. Die Erde wäre ohne die Liebe, die sie lebendig und frisch hält, nicht mehr als ein verdorrter Acker. Die Liebe ist ein Sultan, der auf dem Thron unseres Herzens regiert; und niemand kann ihr diesen Platz streitig machen. Die Zunge und die Lippen, die Augen und die Ohren - sie alle haben nur so lange einen Wert, wie sie das Banner der Liebe tragen. Die Liebe stellt in sich selbst und aus sich selbst heraus einen eigenen Wert dar. Das Herz - der Pavillon und gleichzeitig die Sänfte der Liebe - ist mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen.

 

Nur wer von Hass, Zorn und Feindseligkeit zerfressen ist, versucht der Liebe zu widerstehen und sie zu bekämpfen. Ironischerweise ist die Liebe aber gleichzeitig das einzige Heilmittel, das einen so gefühllosen Menschen zu heilen vermag. Neben den Schatzkammern des Weltlichen gibt es noch andere Kammern, die einzig die geheimnisvollen Schlüssel der Liebe zu öffnen in der Lage sind. Kein anderer Wert auf dieser Welt übertrifft die Liebe oder kann sich auch nur mit ihr messen. Im Marathonlauf siegen die Gefolgsleute der Liebe und Herzlichkeit über die Kartelle von Gold, Silber, Metall und anderen wertvollen Rohstoffen. Mögen die Besitzer der materiellen Reichtümer auch heute einen aufwendigen, pompösen Lebensstil pflegen, so wird doch der Tag kommen, an dem ihre Schatzkammern leer und ihre Feuer herunter gebrannt sein werden. Die Kerze der Liebe hingegen brennt unentwegt. Sie spendet Licht und verströmt es in unsere Herzen und Seelen.

 

Da wir alle Gliedmaßen eines einzigen Körpers sind, sollten wir ablassen von der Dualität, die unsere Einheit verletzt. Machen wir also den Weg zur Vereinigung der Menschen frei; denn auf diesem großartigen Weg schenkt Gott den Menschen Erfolg in dieser Welt, und auf ihm verwandelt Er diese Welt in ein Paradies. Über diesem Weg öffnen sich die Pforten des Himmels und übermitteln uns einen warmen Willkommensgruß.

 

Verzichten wir doch auf alle Ideen und Gefühle, die uns auseinander reißen ! Gehen wir stattdessen aufeinander zu und umarmen einander !

 

In diesen trüben und düsteren Tagen, an denen unsere Herzen mit immer neuen Feindseligkeiten konfrontiert wird, an denen unser Geist müde ist, an denen Hass und Gegensätzlichkeit außer Kontrolle geraten, sind wir auf Liebe und Barmherzigkeit ebenso dringend angewiesen wie auf Wasser und Luft. Wir scheinen vergessen zu haben, was Liebe ist, und schlimmer noch als das: Das Wort Mitgefühl ist fast gänzlich aus unserem Wortschatz verschwunden. Wir haben kein Erbarmen mehr mit unseren Mitmenschen und lieben sie auch nicht. Mitgefühl mit anderen kennen wir kaum noch; unsere Herzen sind versteinert und unser Horizont von Antipathien verdunkelt.

 

Aus diesem Grunde neigen wir dazu, alles und jeden mit Pessimismus zu betrachten. Überall auf der Welt gibt es Tyrannen, denen jede Toleranz verhasst ist. Auch die Zahl derer, die den Dialog hassen, ist alles andere als klein. Die meisten von uns sind nur damit beschäftigt, einander zu kämpfen und die Namen ihrer Widersacher mit Lug und Trug inden Schmutz zu ziehen. Wir drücken uns mit Klauen und Krallen aus, und unser Worte triefen von Blut.

 

Zwischen den Menschen herrscht - ebenso wie zwischen den Völkern - erschreckende Zwietracht. Unsere Sätze beginnen wir mit den polarisierenden Worten "Wir", "Ihr" oder "Andere". Unser Hass ebbt niemals ab und verflüchtigt sich auch nicht. Wir schließen unsere schauderhaften Reihen und zeigen damit an, dass wir Gefühle in uns tragen, die zwangsläufig zu weiteren Spannungen führen. Wir leben in Distanz zueinander, und die Streitigkeiten, die zwischen uns stehen, spiegeln sich in all unseren Handlungen wider. Wie die Perlen eines geplatzten Rosenkranzes liegen wir hier und dort verstreut. Wir fügen einander Leid zu. 

 

Wir haben Gott verlassen, und deshalb hat Er uns verlassen. Weil wir nicht in dem Maße an Ihn glauben und Ihn lieben konnten, wie es erforderlich gewesen wäre, hat Er die Liebe aus unseren Herzen getilgt. Und nun, da wir dazu verdammt sind, uns nach Ihm zu sehnen, plappern wir tief in den Abgründen unseres Herzens egoistischen Unsinn daher. Ständig sprechen wir von "Ich" und "Du" und bezeichnen einander als Reaktionäre oder ungläubige Fanatiker. Permanent beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir einander abservieren können.