Die Stellung der Frau (Eva) im Vergleich

Christinen in arabischen Ländern
Christinen in arabischen Ländern

Haben Judentum, Christentum und Islam die gleiche Auffassung, was Frauen angeht? Welche Unterschiede gibt es? Bieten Judentum und Christentum den Frauen mehr Verehrung als der Islam? Wo liegt die Wahrheit?

 

Im Westen gilt der Islam als Symbol für Frauendiskriminierung. Der deutlichste Beweis dafür ist, dass der französische Kulturminister alle Muslima Schülerinnen aus den französischen Schulen vertrieben hat, und somit das Recht auf Bildung verweigert. Und das im Lande Voltaires. Gleichzeitig genießen christliche Schülerinnen, die ein Kreuz tragen und jüdische Schüler, die ein Käppchen tragen, ihr volles Recht auf Bildung.

 

Im Westen herrscht verbreitet die Meinung: "Alle Religionen sind patriarchisch, da sie in patriarchischen Gesellschaften entstanden die von Männern (Propheten) gegründet wurden."

 

"Christliche und zionistisch-jüdische Feministen akzeptieren es nicht mit den grausamen Muslimen verglichen zu werden."

 

Wie wird wohl unter Christen, Maria (Friede sei auf Ihr), die Mutter von Jesus (Friede sei auf Ihn) angesehen, die ebenfalls einen Kopftuch trug. War sie nicht genauso Gottergeben [Muslim(a)]?

 

Maria, die Mutter Jesu, hat im Islam eine sehr außergewöhnliche Sonderstellung und Gott erklärt sie zur besten Frau der gesamten Menschheit, die Er vor allen anderen Frauen wegen ihrer Frömmigkeit und Demut auserwählt hat.  Denn Gottergebene Frauen wollen nicht die Blicke anderer Männer auf ihre weibliche Reize lenken, vielmehr möchten sie , dass man ihr ins Gesicht schaut.

 

O ihr Kinder Adams! Wir haben euch ja Kleidung herabgesandt, um eure Blöße zu bedecken, und Kleidung als Zierde. Doch (denkt daran) das Gewand der Frömmigkeit und Aufrichtigkeit - das ist das Beste von allen. Dies gehört zu den Zeichen Gottes, damit ihr nachdenken und euch ermahnen lassen möget. (7:26)

 

O ihr Kinder Adams! Lasst euch ja nicht durch Satan verführen (sodass ihr bei ähnlichen Prüfungen scheitert), so wie er eure Vorväter dazu brachte, aus dem Paradiesgarten vertrieben zu werden, indem er sie ihrer Kleidung beraubte und ihnen ihre Blöße zeigte (und die körperlichen Triebe, die damit verknüpft sind). Wahrlich, er und seine Helfershelfer sehen euch, von wo ihr sie nicht seht. Wir haben die Satane zu Vertrauten und Mittätern derjenigen gemacht, die nicht glauben. (7:27)

 

"Die Kleidungsvorschrift der Frau beschränkt sich nicht auf dem Islam, sondern ist ein kulturelles Erbe, das auch in anderen Religionen existiert."

 

In der Bibel heißt es: 

Will sie sich nicht bedecken, so soll sie sich doch das Haar abschneiden lassen! Wenn es aber für die Frau eine Schande ist, dass sie das Haar abgeschnitten hat oder geschoren ist, soll sie sich bedecken. (1.Korinther 11,6)

 

Der Koran befiehlt uns immer die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie unseren Angehörigen nicht gefällt.

 

"O die ihr glaubt, seid Wahrer der Gerechtigkeit, Zeugen für Allah, auch wenn es gegen euch selbst oder die Eltern und nächsten Verwandten sein sollte! Ob er reich oder arm ist, so steht Allah beiden näher. Darum folgt nicht der Neigung, dass ihr nicht gerecht handelt! Wenn ihr die Wahrheit verdreht oder euch davon abwendet, gewiß, so ist Allah dessen, was ihr tut, kundig." (Sure An-Nisa' Vers 135)

 

"Und wenn ihr euer Wort gebt, dann seid gerecht, auch wenn es um einen Verwandten geht! Und haltet euren Bund gegenüber Allah. Dies hat Er euch anbefohlen, auf dass ihr (es) bedenken möget!"  (Sure Al-An'am Vers 152)

 

Ich habe die Stellung der Frau in den drei Religionen über originelle Quellen der Religionen untersucht, nicht über die zur Zeit üblichen Referenzen der Anhänger dieser Religionen. Daher zitiere ich meine Beweise aus dem Koran, dem Hadith des Propheten Mohammad (Allahs Segen und Frieden sei auf ihm), der Bibel, dem Talmud und den Aussagen bedeutungsvoller Geistliche, deren Meinungen das Christentum beeinflußt hat. Mein Interesse, mich mit den originellen Quellen der Religionen zu beschäftigen, liegt am täuschenden Verhalten der Anhänger dieser Religionen, dass kein richtiges Bild der Religion vermittelt.

 

Viele Leute vermischen Religion und Kultur, andere kennen sich mit ihren Religionsvorschriften nicht aus, anderen ist das ganze Thema egal.

 

Wenn eine selbstbewußte muslimische Frau ein Kopftuch trägt, erhält sie oftmals mitleidige Blicke nachgeworfen und muß immer wieder denselben Fragen antworten: "Ist es ihnen nicht zu heiß unter dem Tuch?", "Schlägt sie ihr Mann oft zu Hause?", "Zwingt dich dein Vater das Kopftuch zu tragen?" - ständig die gleiche Litanei. Auch wird die muslimische Kopftuchträgerin oftmals für die bewußte Falschinformation und Hetze gegen den Islam benutzt.

 

Solche Fragen resultieren entweder aus Hass, Unkenntnis oder närrische Dummheit. Diese Leute sollten sich erst die gesamte Bibel durchlesen, bevor sie die Bibel für richtig und den Koran als "Teufelswerk" erklären. Denn, dann würden sie die Gemeinsamkeiten, aber auch die im "nachhinein verfälschten Stellen" des neuen Testaments erkennen.

Desgleichen, dass die Frauen in schicklicher Kleidung sich schmücken mit Anstand und Besonnenheit, nicht mit Haarflechten und Gold oder Perlen oder kostbarem Gewand, sondern, wie sich's ziemt für Frauen, die ihre Frömmigkeit bekunden wollen, mit guten Werken. Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie über den Mann herrsche, sondern sie sei still. Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach Eva. Und Adam wurde nicht verführt, die Frau aber wurde verführt und übertrat das Gebot. Sie wird aber gerettet werden dadurch, dass sie Kinder zur Welt bringt, wenn sie bleiben mit Besonnenheit im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung. (1.Timotheus 2:9-15)

 

Besonders christlich-missionarische Seiten haben es sich zur unrühmlichen Aufgabe gemacht, bewußte Falschinformationen und Verzerrungen gegen dieses so oft angesprochene Thema zu verbreiten. Dabei stellen sie das Kopftuch als Symbol der Unterdrückung, den Islam als frauenfeindlich und rückständig dar - insbesondere in frauenspezifischen Fragen. Dabei vermeiden sie die direkte Gegenüberstellung der koranischen Gebote für die gläubigen Frauen mit der biblischen Darstellung und dem Verständnis der Kirchen. Stattdessen werden die Gebote im Koran und Hadith (Aussagen des Propheten Muhammad; Friede und Segen sei auf ihm) mit dem Lebensstil der westlich-modernen Frau verglichen, wohlwissend, dass sich von der christlichen Vorstellung der Frau keine Muslima angezogen fühlen wird, wie wir noch sehen werden. Durch diese Vorgehensweise wird die Taktik der Missionare deutlich: Da es nicht möglich ist, auch nur halbwegs gebildete Muslime vom Christentum zu überzeugen, geschweige denn Gelehrten des Islam (im Gegenteil konvertieren immer mehr christliche Priester zum Islam), beschränkt sich die Missionierung auf den verzweifelten Versuch, die Muslime, zumindest in ihrem starken Glauben, zu erschüttern und sie von ihrem Weg durch die Verführungen des moralisch zerfallenden Westens abzubringen. Deswegen wenden diese Seiten und Personen zwei Methoden an, wenn sie sich mit dem Islam auseinandersetzen.

 

Die drei Weltreligionen stimmen in folgendem grundsätzlichem Faktum überein: Männer und Frauen sind von Gott, dem Schöpfer des gesamten Universums, erschaffen. Doch die Unterschiede treten alsdann sofort auf. Die judeo-christliche Vorstellung der Schöpfung von Adam und Eva wird detailliert in Genesis 2:4-3:24 dargelegt. Demnach verbot Gott den beiden von den Früchten des verbotenen Baumes zu essen. Doch der Schlange gelang es Eva zu verführen von diesem Baum zu essen, die wiederum Adam (Friede sei auf ihm) ebenfalls dazu verführte mit ihr zu essen. Zwar versuchen apologetische christliche Seiten den offensichtlichen Sinn der Erzählung in der Bibel in seitenlanger Wortverdrehung und Interpretation zu verändern, doch dass die Schuld nach christlich-kirchlicher Auffassung bei Eva liegt, daran gibt es nichts zu rütteln, nur bei bewußter Manipulation und Falschzitierung des Bibeltextes könnte man zu einer zusammengeflickten Apologetik gelangen. Nach der Genesis soll Adam (F.s.a.i) die ganze Schuld und Verantwortung für die Versuchung auf Eva "die Frau an seiner Seite" abgeschoben, als Gott ihn für was er getan hatte zu Rede stellte und gesagt haben: "Sie gab mir Früchte von dem Baum zu essen und so habe ich sie gegessen."

 

Darauf soll Gott zu Eva gesagt haben: "Ich will Deine Geburtsschmerzen vergrößern; mit Schmerz wirst du Kinder gebären. Dein Begehr wird Dein Mann sein und er wird über dich herrschen." (1.Moses 3:16)

 

Zu Adam (F.s.a.i) soll Er gesagt haben: "Weil du auf deine Frau gehört hast und von dem Baum gegessen hast verflucht sei der Boden wegen dir; über schmerzhafte Mühen wirst du dich von ihm nähren alle deine Tage." (1.Moses 3:17)

 

Dieser Abschnitt ist für christliche Apologeten der Ausgangspunkt einer akrobatischen Wort Spielerei und einer Verrenkung, die ihresgleichen sucht. Denn wie soll man einer im modernen Deutschland, in dem Emanzipation, Gleichberechtigung und Befreiung der Frau angesagt ist, vom Christentum überzeugen können, wenn die Bibel offensichtlich die gesamte Schuld auf Eva überträgt, Gott sich an ihr "rächt" (eine typische Darstellungsweise der Bibelautoren, die sich Gott vermenschlicht vorstellen), und den Mann als Herrscher über sie einsetzt. Sicherlich ein schwerer Stand für die christliche Apologetik und Mission - eine verfälschte Bibel, frauenfeindliches Dogma und zur Einschwörung der Massen die Auswahl des Islam als Feind. Dass es unter diesen Umständen nicht möglich ist, die Stellung der Frau im Christentum mit der Frau im Islam zu vergleichen, wird besonders deutlich, wenn wir uns nun der koranischen Darstellung der Geschehnisse im Paradies widmen:

 

Und Wir sprachen: "O Adam! Dieser ist dir und deiner Frau fürwahr feindlich gesinnt. Laßt euch beide nicht von ihm aus dem Paradies vertreiben und euch ins Elend bringen. (20:117)

 

Siehe, hier brauchst du nicht zu hungern oder dich nackt zu fühlen. (20:118)

 

Und weder zu dürsten noch unter Hitze zu leiden. (20:119)

 

Doch Satan flüsterte ihm zu und sagte: "O Adam! Soll ich dich zu dem Baume der Ewigkeit und in ein Reich führen, das nie vergeht?" (20:120)

 

Und sie aßen beide davon. Da wurde ihnen ihre Blöße bewußt, und sie begannen, sich mit zusammengefügten Blättern aus dem Garten zu bedecken. So wurde Adam gegen seinen Herrn ungehorsam und ging in die Irre. (20:121)

 

Der Koran betont, dass der Teufel Adam (F.s.a.i) einflüsterte, woraufhin beide vom Baum aßen. Die Schuld wird nicht auf Eva gelegt noch wird impliziert, dass sie Adam (F.s.a.i) verführte. Die nüchterne und reine koranische Darstellung ist frei von Beimischung, Mythos, Aberglaube und Auswüchse menschlicher Phantasien. Allah berichtet uns im Koran, dass Er Adam (F.s.a.i) vergeben hat, aber Feindschaft zwischen ihm und dem Teufel setzte. Glaubt der Mensch an die Offenbarungen Gottes und hält sich an seine Gebote und Verbote, so ist er ein offenkundiger Feind des Teufels, der versucht ihn durch Einflüsterungen vom rechten Wege abzuwenden. Der Teufel ist somit der Feind des Menschen, indem er ihn zum Unglauben und zu Sünden verführt.

 

Offensichtliche Phantasiegeschichten über die Feindschaft zwischen Frau und Schlange und spezielle Bestrafungen für Schlange, Frau und Mann finden sich im Koran nicht.

Frauen genießen im Koran-Islam Anerkennung, Rechte und Privilegien, wie sie sie unter keinem anderen System jemals besessen haben. Um dies zu erkennen, braucht man nicht einmal auf die Zwangslage der Frauen in der Zeit vor dem Islam oder auf ihre Situation in der modernen Welt von heute verweisen. Wichtig ist allerdings, dass der Themenkomplex Frauen und Frauenrechte im Islam als Ganzes untersucht wird. Eine Analyse darf sich nicht nur auf bestimmte Teilaspekte beschränken. Allgemein gesprochen ist im Islam die Frau dem Mann in punkto Rechte und Pflichten gleichgestellt. Jedoch sind ihre Rechte und Pflichten nicht zwangsläufig identisch mit denen des Mannes.

Gleichstellung und Gleichheit sind zwei unterschiedliche Dinge und sollten nicht miteinander verwechselt werden. Auf der ganzen Welt gibt es - auch wenn man die geschlechtsspezifischen Unterschiede einmal beiseite lässt - keine zwei Menschen, die absolut gleich und identisch sind. Damit Gerechtigkeit herrschen kann, müssen die existierenden Unterschiede erkannt und beachtet werden - wobei sie natürlich nicht zum Vorwand für Diskriminierungen genommen werden dürfen. Wir Menschen sind nicht identisch erschaffen worden, sondern als einander gleichwertig. Daher gibt es auch keinen Grund dafür anzunehmen, das die Frau dem Mann untergeordnet wäre. Nichts spricht dafür, dass sie weniger wichtig wäre wie er, nur weil ihre Rechte nicht in jeder Hinsicht mit seinen übereinstimmen. Die Frau ist keine Kopie des Mannes, und daher hat sie auch andere Rechte und Pflichten. Die Tatsache, dass das islamische Recht ihr genauso viele - aber eben nicht die gleichen - Rechte zugesteht, zeigt jedoch, dass der Islam ihre anders geartete Konstitution und Persönlichkeit ebenso berücksichtigt wie ihr Bedürfnis nach gesellschaftlichem und politischem Ansehen.