Die Authentizität der Propheten und Offenbarungen Gottes Teil 2

Materieller Gewinn als Motiv

 

Nach einer Hypothese war Muhammed wahrscheinlich auf großen Gewinn aus und schrieb den Koran Gott zu, um mehr Nutzen zu erzielen. Dies widerspricht jedoch den geschichtlichen Fakten. Seine finanzielle Lage war vor seiner Gesandtschaft weitaus besser. Im Alter von 25 Jahren (15Jahre bevor er das Prophetentum beanspruchte) heiratete er die reiche Kauffrau Hatidcha und führte ein wohlhabendes Leben mit ihr. Nach seiner Gesandtschaft waren sein finanzieller Status und sein Lebensstandard wenig beneidenswert.

 

Unzählige Berichte bestätigen, dass der Prophet Muhammed stets ein Leben in ärmlichen Verhältnissen geführt hatte, vom Anbeginn seiner Gesandtschaft bis zu seinem Tod.
Die Vorstellung, dass er nach materiellem Profit strebte, ist unvereinbar mit den geschichtlichen Tatsachen. Die New Catholic Encyclopedia vermerkt: „Es wurde behauptet, materieller Profit habe Muhammed zu seiner religiösen Revolution inspiriert. Dies entspricht nicht den bekannten Tatsachen."

 

Ruhm und Macht als Beweggrund?

 

Auch die Theorie, nach welcher das Verlangen des Propheten Muhammed nach Ruhm und Macht ihn zu seinem Handeln getrieben haben soll, ist ebenfalls nicht aufrechtzuerhalten. Erstens gilt der Prophet Muhammed allgemein als einer der erfolgreichsten Führer in der Geschichte der Menschheit. Ein Mann mit seinen Qualitäten hätte die Führung fordern und
Macht erlangen können, ohne dabei die Prophetenschaft beanspruchen zu müssen. Genaugenommen wäre dies so für ihn leichter gewesen. Zweitens betont der Koran, dass
niemand - nicht einmal Muhammed - etwas Ähnliches wie den Koran hätte hervorbringen können. Hätte er nach Ruhm und Macht gestrebt, so hätte er die Autorenschaft des
Korans beanspruchen müssen - ein Buch, dessen Schönheit und Erhabenheit so außergewöhnlich ist, daß im Vergleich dazu, andere Bücher unbedeutend erscheinen.

 

Außerdem widersprechen Machtbesessenheit und Ruhmsucht gänzlich dem Charakter des Propheten. Ruhmsucht drückt sich gewöhnlich aus im Verlangen nach schönen Gebäuden, vornehmer Kleidung, teuren Autos oder dem Bedürfnis, von allen Seiten Lob und Schmeicheleien zu erhalten. Muhammeds Persönlichkeit war ein eindrucksvolles Beispiel für Bescheidenheit. Ungeachtet seines gesellschaftlichen Ranges als Prophet und seiner großer Verantwortung als Staatsmann unterstützte der Prophet Muhammed seine Frau im Haushalt. Er besserte seine Kleidungsstücke aus, reparierte seine Schuhe und molk seine Ziege. Er sprach mit allen und hörte auch jedem geduldig zu, der zu ihm kam - so sehr, dass der Koran die, welche Muhammed verleumdeten, mit folgenden Worten anklagt:

 

Und unter ihnen gibt es einige, welche den Propheten kränken und sprechen: Er ist ganz Ohr. "Sprich: „Ganz Ohr zu eurem Besten! Er glaubt an Allah und vertraut den Gläubigen und ist eine Barmherzigkeit für die unter euch, welche glauben." Diejenigen, die aber den Gesandten Allahs kränken, die erwartet schmerzliche Strafe. (9:61)

 

Als die Muslime einmal aus Respekt aufstanden, um den Propheten zu begrüßen, untersagte er, aus falscher Ehrerbietung aufzustehen: „Steht nicht auf, wie die Perser es tun, um bestimmte Menschen zu ehren".

 

Andere Beispiele seiner Demut erwähnt Jamal Badawi:

 

Einmal befand sich der Prophet mit einigen seiner Gefährten auf der Reise. Die Gefährten begannen mit den Essensvorbereitungen und teilten die zu verrichtende
Arbeit unter sich auf. Der Prophet Muhammed wollte Holz sammeln, aber die Gefährten boten ihm an, es an seiner Stelle zu tun. Muhammed erwiderte daraufhin: „Ich weiß, dass ihr es für mich tun könnt, aber ich verabscheue es, gegenüber euch bevorzugt zu werden ".

 

Einmal kam ein Fremder zitternd vor Respekt zum Propheten. Der Prophet Muhammed bat den Mann sich zu nähern, klopfte sanft auf seine Schulter und sagte zu ihm: „Bruder entspanne dich, ich bin nur der Sohn einer Frau, die gewöhnlich trockenes Brot aß ".

 

Berichtet wird auch, dass einmal einige Leute zum Propheten kamen und ihn mit folgenden Worten ansprachen: „ O Gesandter Allahs, (du bist) der Beste unter uns, der
Sohn des Besten unter uns, unser Führer und der Sohn unseres Führers." Er antwortete: „O Leute, sagt, was ihr früher zu (mir) zu sagen pflegtet oder nur einen Teil davon und lasst euch nicht vom Satan verleiten. Ich bin Muhammed, ein Diener Allahs und sein Gesandter.
Ich will nicht, dass ihr meinen Rang über den erhebt, den Allah, der Mächtige und Gnädige, mir gewährt hat."

 

Als Ibrahim, der geliebte Sohn des Propheten Muhammed, starb, fiel sein Tod mit einer Sonnenfinsternis zusammen. Die Leute erachteten dies als ein Wunder Gottes. Sie glaubten,
Himmel und Erde trauerten um den Tod Ibrahims. Der Prophet Muhammed war darüber sehr verärgert und sagte zu ihnen: „Die Sonne und der Mond sind zwei von den Zeichen
Gottes. Sie verfinstern sich nicht wegen des Todes oder der Geburt eines menschlichen Wesens. "

 

Seine erstaunliche Demut zeigt sich auch in der Art, wie er seine Autorität ausübte. Seine Anweisungen wurden stets von seinen Anhängern eingehalten, dennoch beharrte er darauf, dass der Gehorsam allein Gott gegenüber und nicht ihm persönlich gelte. Er unterschied deutlich zwischen den Offenbarungen, die er von Gott erhielt und anderen Bereichen, die für das menschliche Urteil offen sind. Muhammed beriet sich in Angelegenheiten,
die in die zweite Kategorie fielen und achtete auf die Meinungen anderer. Beispielsweise nahm er in der Schlacht bei Badr den Ratschlag des Habib ibn al-Mundhir an, obwohl er
selbst anderer Meinung war. Ähnlich war die Situation in der Schlacht von Uhud. Der eigentliche Plan des Propheten Muhammed war es, nicht die Stadt zu verlassen, sondern
innerhalb der Mauern der Belagerung stand zu halten. Er beriet sich mit seinem Gefährten darüber, ob sie ausmarschieren sollten oder nicht. Die Mehrheit war dagegen,
hinter den Stadtmauern zu bleiben, so dass er sich ihrem Beschluss beugte. In der Grabenschlacht akzeptierte er den Vorschlag des Salman, um Medina herum einen Graben
auszuheben.

 

Muhammed untersagte es seiner Gemeinschaft, sein Grab zu einem Platz der Anbetung zu machen, indem er sagte: Macht nicht mein Grab zu einer Feststätte!" und betete zu seinem Herrn: „ O mein Herr, lass es nicht zu, dass mein Grab zu einer Anbetungsstätte gemacht wird". Daneben warnte er die Muslime ausdrücklich davor, seiner Person einen höheren Rang zu verleihen: „ Ehrt mich nicht so, wie die Christen Jesus, den Sohn der Maria, ehren, sondern sagt vielmehr: „ Er ist ein Diener Allahs und sein Gesandter".

 

Es ist auch eine Tatsache, dass der Koran die Menschen davor warnt, sich gegenseitig übertrieben zu loben. Zudem gibt es noch weitere Argumente, die an der
Glaubwürdigkeit der Theorie zweifeln lassen, nach der der Prophet Muhammed den Koran verfasst haben soll, allein um seinen Ehrgeiz an Macht und Eigensucht zu befriedigen.
Zuallererst hätte der Prophet Muhammed alle Verse im Koran auslassen müssen, welche seinen Ambitionen im Wege stehen, was er aber nicht getan hat. Warum sollte er ein Buch verfassen, welches ihm aufträgt den Menschen zu erklären, er (der Prophet) sei ohne Macht und habe kein Wissen über das Verborgene? Würde er solch eine Macht besitzen, hätte er all das Gute um ein Vielfaches vermehrt und nichts Schlimmes hätte ihn getroffen. Es ist auch fraglich, warum er ein Buch verfasst haben soll, welches ihm vorschreibt zu sagen, dass er mit keiner neuen Lehre und Doktrin gesandt wurde. Er erwartete auch nicht,
dass ihm ein solches Buch offenbart würde und daher sollte er den Leuten verkünden, dass er auch nur ein Mensch wie jeder andere sei. Wenn der Wunsch nach Macht den Propheten
Muhammed wirklich motiviert hätte, den Koran vorsätzlich zu verfassen, dann wird es sehr schwierig, das Vorhandensein solcher Verse zu erklären.

 

Zweitens zeigt die Reaktion Muhammeds nach der ersten Offenbarung, dass er nicht insgeheim nach Macht strebte. Nach seinem Erlebnis in der Höhle Hira eilte er von Furcht erfüllt zu seiner Frau. Er zitterte, als ob er Fieber hätte und bat seine Frau, ihn mit einer Decke zuzudecken. Nachdem sich seine Furcht gelegt hatte, erzählte er ihr von seinem Erlebnis und sagte: „O Hatidcha, was ist mit mir geschehen?" Wäre die Offenbarung in Wirklichkeit ein Teil seines geheimen Plans gewesen, Macht zu erlangen, so hätte er sich vor nichts zu furchten brauchen. Und selbst wenn die Offenbarung nicht geplant gewesen wäre, sondern bloß der Sinn darin bestand, die Prophetenschaft zu beanspruchen, hätte das erste Offenbarungsereignis sein Herz mit Freude erfüllen müssen. Denn in diesem Fall hätte er erreicht, was er schon immer wollte. Verfügbare Belege zeigen aber, dass er weder einen Offenbarungsakt geplant noch eine Offenbarung erwartet hatte. Die Offenbarung war ein überraschendes Ereignis für ihn. Hierzu sagt der Koran:

 

Du selbst konntest nicht hoffen, daß dir das Buch gegeben würde; es war die Barmherzigkeit deines Herrn. Darum sei kein Helfer der Ungläubigen. (28:86)

 

Drittens erhielt der Prophet zu zahlreichen Anlässen in Gegenwart seiner Gefährten Offenbarungen, und diese bemerkten starke Veränderungen an seinem Gesichtsausdruck.
Bei der Offenbarung schwitzte er sogar an sehr kalten Tagen und sein Körper spannte sich stark an. Wenn der Prophet Muhammed nur nach Macht gestrebt und den Koran nur
dazu nutzen wollte, sein Ego zu besänftigen, so hätte er versucht, beherrscht und unter vollständiger Kontrolle aufzutreten, damit seine Anspannung in der Öffentlichkeit nicht als Schwäche empfunden wird. Politische Führer strengen sich sogar zu kritischen Zeiten in ihrer Karriere aufs Äußerste an, ruhig aufzutreten oder zumindest den Eindruck von Ruhe zu erwecken.

 

Viertens wurde dem Propheten Muhammed während der schwierigsten Zeit seiner prophetischen Laufbahn, in der Folter, Leid und Verfolgung an der Tagesordnung waren, ein verlockendes Angebot von den Oberhäuptern Mekkas gemacht. Demnach sollte er aufhören zu predigen, was sie als Zwiespältigkeit erachteten, und seine Vorstellung von einem universalen Gott aufgeben. Es war Utba ibn Rabia, der Muhammed dieses Angebot mit folgenden Worten machte: Sohn meines Bruders, wie du weißt, bist du ein Edler
dieses Stammes und deine Abstammung sichert dir einen Ehrenplatz. Jetzt aber bist du mit einer schwerwiegenden Angelegenheit zu deinem Volk gekommen, wodurch du
ihre Gemeinschaft gespalten, ihre Lebensweise als dumm erklärt, ihre Götter und ihre Religion verschmäht und ihre Vorväter zu Ungläubigen erklärt hast. So höre, was ich
dir vorzuschlagen habe, und sage wenn irgendetwas davon für dich annehmbar ist. Wenn es Reichtum ist, was du suchst, so wollen wir für dich ein Vermögen von unserem
Gut aufbringen, so dass du der Reichste unter uns sein kannst. Wenn es Ehre ist, was du suchst, werden wir dich zu unserem Oberhaupt machen und nichts ohne dein
Einverständnis beschließen. Wenn es das Königtum ist, was du suchst, wollen wir dich zu unserem König machen und wenn du dich von dem Geist, der dir erschienen ist, nicht losreißen kannst, so werden wir für dich einen guten Arzt suchen und unseren Reichtum
aufbringen, bis du wieder vollständig gesund wirst.

 

Aus diesem Angebot wird deutlich, dass die Quraisch damals wie die Orientalisten heute über dieselben Motive für Muhammeds Handeln spekulierten.

 

Als Antwort auf dieses Angebot rezitierte der Prophet Muhammed  die ihm kurz zuvor offenbarten Verse der Sure al-Fussilat:

 

Eine Offenbarung von dem Erbarmer, dem Barmherzigen. Ein Buch, dessen Verse als Koran in arabischer Sprache für Leute von Wissen erklärt worden sind. Ein Bringer froher Botschaft und Warner. Doch die meisten von ihnen wenden sich ab und hören
nicht. (41:1-4)

 

Und zu seinen Zeichen gehört die Nacht und der Tag und die Sonne und der Mond. Werft euch weder vor der Sonne nieder, noch vor dem Mond, sondern werft euch vor Allah nieder, Der sie erschaffen hat, falls Er es ist, Dem ihr wirklich dient. Wenn sie dazu auch zu stolz sind, so preisen doch diejenigen, die bei deinem Herrn sind, Ihn bei Nacht und bei Tag und werden dessen nicht müde. (41:37-38)

 

Utba war eigentlich von Muhammeds Prophetenschaft überzeugt. Seine heidnischen Freunde spotteten über ihn, er sei von dem Propheten Muhammed betört worden. Das Problem bleibt aber, dass es kein besseres Angebot als dieses hätte geben können, wenn der Prophet Muhammed den Koran verfasst haben sollte, um Reichtum oder Macht zu erlangen. Warum lehnte der Prophet also diesen Vorschlag ab?

 

 

Freiburg, 19.02,2017

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