Die säkularen Horror-Clowns des Sankt Martin

In den letzten Tagen lesen wir in den Medien vermehrt Angriffe von kostümierten Clowns auf Bürger. Dabei sind laut Medienberichten in Wesel, Rostock und Greifswald Menschen von sogenannten Horror-Clowns mit Kettensäge, Messer und Baseballschläger angegriffen worden. In Salzwedel wurden zudem mehrere Autos von Horror-Clowns in Brand gesetzt.

 

Die nach Europa importierte Halloween-Kultur hat noch keine lange Geschichte bei uns in Deutschland. Für uns war seit jeher St. Martin ein kultureller Begriff. Ein gütiger Mensch aus dem Mittelalter, der durch sein Glauben hohe moralische Werte besaß und bedürftigen Menschen sein letztes Hemd gab, sowie für soziale Gerechtigkeit stand.

 

Vor dem Einzug dieses amerikanischen St. Martin Ersatzes in Deutschland, zogen jedes Jahr am 11.11. Vater, Mutter, Oma, Opa, Kinder und Enkelkinder in dunkler Jahreszeit mit hellleuchtenden Laternen und familiärer Atmosphäre, singend durch die Straßen. So habe ich auch als Kind in den 80èr Jahren St. Martin in meiner Heimatstadt Wuppertal (NRW) erlebt.

 

Nun haben wir seit einigen Jahren Halloween, das versucht, St. Martin aus unserer Kultur zu verdrängen. Dabei wird mit kapitalistischen Instrumenten gearbeitet.

Der Werteimperialismus des Amerikaners hat den europäischen Kontinent schon längst im Griff. Halloween wird mit seinen Hollywood-Filmen, PC und Konsolenspielen, sowie etlichen Merchandising Produkten durch alle verfügbaren Medien in unsere Köpfe projiziert und implementiert.

 

Es wird regelrecht in unser „Unterbewußtsein“ hineingedrückt. Freier Handel schaffe Frieden, und kapitalistische Demokratien sind, wie bereits Immanuel Kant 1795 ausführte, im Prinzip friedlich gestimmt.

 

 

Nicht Sankt Martin sondern Sankt Kapitalismus. Ein Weltsegen!!!

 

Doch das ist nicht nur naiv oder närrisch, sondern ein politikwissenschaftliches Trauerspiel. Denn da wird einiges übersehen: die Kriege, die die kapitalistische Großmacht USA in der ganzen Welt geführt hat und immer noch führt, dient einer „neuen Weltordnung" und verdient die Charakterisierung als ein „Imperium der Barbarei" zutreffend.

 

Der französische Historiker Fernand Braudel schreibt, gegen die Theorie eines Zusammenbruchs des Kapitalismus gerichtet:

 

„Der Kapitalismus, davon bin ich überzeugt, kann nicht durch einen „endogenen“ (durch sich selbst) Verfall zugrunde gehen; nur ein äußerer Stoß von extremer Heftigkeit, mit einer glaubwürdigen Alternative könnte seinen Zusammenbruch bewirken..."

(Braudel 1986:702)

 

Die Generationen der letzten 50 Jahre ist nicht mehr mit „religiös“ ethischen und moralischen Grundwerten konfrontiert, sondern einer „geistlosen“ Kultur, daß sich zu einer inoffiziellen Religion zu etablieren begonnen hat. Die universellen Werte, die uns der Schöpfer in seinen Offenbarungen (Psalter, Thora, Bibel und Koran) mitteilt, wurde durch die Säkularisierung zu einem Aussterbenden Dinosaurier.

 

"Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet!" (Nietzsche, KSA 3: 481)

 

 

Der „Säkularismus“ brachte „Ersatz-Religionen“ mit sich.

 

Den Platz des Dinosauriers (Religion) nahm die inoffizielle Religion „Hedonismus“ ein. Die Privatisierung der Religion war der erste Schritt zu seiner Abschaffung in der sogenannten „westlichen Welt“. Der „Wilde Westen“ versucht wo er kann diese Säkularisierung der Religion auf dem ganzen Globus durchzuboxen. Dafür sind Ihm jede Mittel recht denn schlecht. Sei es mit wirtschaftlich-kapitalistischen Instrumenten oder mit Interventionskriegen.

 

Der Okzident (westliche Zivilisation) glaubt ohne das Transzendente (Gott) auszukommen, indem sie sich durchweg atheistisch verhält, auch wenn sie theoretisch nicht durchweg dem Atheismus huldigt. (Murad Wilfried Hofmann, Der Islam im 3.Jahrtausend, S.22)

 

Die Leugnung Gottes und die gelebte Vergöttlichung des Menschen als Individuum hatte schon zur Zeit des „Sodom und Gomorra“ verheerende Folgen. Von Atheismus befallene Gesellschaften eigenen sich Verhaltensweisen an, die ihren Wertevorstellungen entsprechen. Diese versuchen ungehemmt soviel „Lustgewinn“ wie möglich (Hedonismus), mit stets abnehmender Rücksicht auf Mitmenschen, Familie und Gemeinwohl, in ihr begrenztes Leben hineinzupacken.

 

Es ist also wenig verwunderlich, das in unserer „hedonistisch“ geprägten Gesellschaft solche schrecklichen Ereignisse geschehen, die durch die Säkularisierung vorprogrammiert wurde.

 

 

Ich will Spaß haben, auch wenn andere dabei zu Schaden kommen.

 

„Da der Mensch seine Freiheit, Gott zu leugnen, mit dem Zwang, seine Welt mit Götzen und Dämonen zu bevölkern, erkauft, ist die Geschichte des Glaubens… unvollständig ohne die des Unglaubens. Gott als höchster Wert wird ersetzt durch Idole, die… zu einem

fortschreitenden Substanzverlust führen. Die Geschichte der Perversion des Glaubens, der Pseudoreligionen, ist… die Geschichte der zerstörenden, Katastrophen auslösenden Kräfte:“

(Alfred Müller-Armack, Religion und Wirtschaft, S.15)

 

Der Schöpfer der Welten sagt in seiner letzten Offenbarung folgendes:

 

Gott verändert die Lage eines Volkes nicht, ehe sie nicht das ändern, was in ihren Seelen ist.

Wenn Gott Übles für ein Volk will (als Folge von dessen eigenem schlechten Handeln), dann läßt es sich nicht abwenden, und außer Ihm haben sie keinen Beschützer.

(Koran, Sure 5 : Vers 11)

 

Letztlich ist es immer die Gesellschaft, die sich selbst mit dem Falschgeld ihres Traums bezahlt. (Henri Hubert)