Menschen brauchen einander

Vor einigen tausend Jahren ließ Gott schriftlich festhalten, daß „es … nicht gut [ist], daß der Mensch allein sei“ (1. Mose 2,18). Aus Erfahrung wissen wir, daß das stimmt. Wir alle brauchen Gesellschaft und Gemeinschaft. Die meisten Menschen würden sich wohl der Meinung anschließen, daß wir andere Menschen für geistige und seelische Unterstützung brauchen. Neuere Forschungsergebnisse zeigen, daß zwischenmenschliche Bindungen auch für unsere körperliche Verfassung wichtig sind. „Seit über 20 Jahren wurden immer mehr wissenschaftliche Beweise dafür gesammelt, daß starke zwischenmenschliche Bindungen sich positiv auf geistige und körperliche Gesundheit auswirken“. Im Gegensatz dazu kann eine isolierte Lebensführung gesundheitsgefährdend sein. „Sie wirkt sich in ähnlicher Weise auf Gesundheit und Sterblichkeit aus wie Bluthochdruck, Fettleibigkeit und Bewegungsmangel. Die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungen deuten darauf hin, daß Kontaktarmut genauso gesundheitsgefährdend wie das Rauchen sein kann … Eine sechsjährige Studie an 17 433 schwedischen Männern und Frauen ergab, daß die Sterblichkeitsrate der Kontaktarmen um 50 Prozent höher war als die Sterblichkeitsrate derjenigen, die viele soziale Kontakte unterhielten“. Es ist traurig, daß gesellschaftliche Kräfte die Menschen oft eher auseinanderbringen, als sie zusammenzuführen. Der Wichtigkeit zwischenmenschlicher Bindungen — in biblischer Sprache mit dem Begriff „Liebe“ umschrieben — wird nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Viele Eltern, die für ein krankes Kind gesorgt haben, glauben an einen Zusammenhang zwischen Liebe und Gesundheit. Dieses Gesundheitsprinzip können wir auf vielfältige Weise anwenden. Wir können unsere Beziehungen zu anderen Menschen vertiefen, zum Beispiel dadurch, daß wir in der Ehe, bei der Kindererziehung und bei Freundschaften allgemein mehr Liebe zeigen. Wir können auch eine gute Nachbarschaft pflegen. Freiwillige Sozialarbeit hat sich als gutes Mittel bewährt, anderen und sich selber zu nützen. Gott durch kirchliches Engagement zu dienen, kann ebenso gut für die Gesundheit sein. In einer Studie der Medizinischen Fakultät der Universität Texas wurde der Zusammenhang zwischen Sterblichkeit und religiösem oder sozialem Engagement der Patienten untersucht, die sich offenen Herzoperationen unterzogen. „Bei denen, die weder an kirchlichen Aktivitäten teilnahmen noch Kraft und Trost aus ihrem Glauben schöpften, war die Sterblichkeitsrate in den ersten sechs Monaten nach der Operation siebenmal höher als bei den anderen“. Die Pflege von Kontakten, sowohl mit Gott als auch mit dem Mitmenschen, hat sich als Gesundheitsprinzip bewährt.

 

Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit

Gesunde Menschen dürfen einen der größten Segen des Lebens genießen. Menschen, die gesund waren, es aber nicht mehr sind, wissen durch schmerzliche Erfahrung, daß ihnen einer der größten Schätze des Lebens versagt bleibt. Doch selbst wenn man krank ist, kann man durch Anwendung der in diesem Kapitel dargelegten Prinzipien eine Verbesserung erzielen. Wer noch bei guter Gesundheit ist, kann viel tun, um sie sich zu erhalten, indem er vernünftig lebt. Wenn wir möglichst lang und gut leben wollen, müssen wir uns die Anwendung bewährter Gesundheitsprinzipien zur Gewohnheit machen. Das ist der Wille Gottes. „O mein Diener, ich wünsche, daß es dir in allen Dingen gut gehe und du gesund seist, so wie es deiner Seele gut geht“ (3. Johannes 2).