Die Geschichte macht deutlich, daß die Legende von den fanatischen Muslimen, die durch die Welt stürmen und dem Islam die Charakterzüge des Schwertes über die eroberten aufzwingen, die launischste und absurdeste Erfindung ist, die die Geschichtsschreiber je weiter verbreitet haben. (De Lacy O´ Leary, Islam at the Crossroads, London, 1923, S.8)


Wir alle (auch die sich Muslime nennen) müssen unbedingt lernen, den Islam zu verstehen, damit Menschen aus der ganzen Welt als Gleiche unter Gleichen zusammenkommen, um den Herrenmenschen die böse Macht aus den Händen zu nehmen.

 

Islam bedeutet, wie es auch Jesus verkündete: "Sich für Frieden, Gottes Geboten unterwerfen/hingeben".

 

Der Frieden (Selam) kann nur durch Gerechtigkeit entstehen!!! 


Dschihad: Was versteht man darunter?

Aufklärung von Missverständnissen über den Islam
Jihad: Was versteht man darunter?      
Von : M. Amir Ali, Ph.D.
Mit ergänzenden Anmerkungen von Yusuf Estes


Sprachlich bedeutet das arabische Wort Jihad „Anstrengung“ oder „Bemühung“.

Diese Bedeutung bezieht sich auf jegliche Art von Bemühung. In diesem Sinne strengt sich ein Schüler an, um die Klassenarbeiten zu bestehen und eine Ausbildung zu erlangen; der Angestellte strengt sich an, um seine Arbeit zu erledigen und eine gute Beziehung zu seinem Arbeitgeber aufrecht zu erhalten; und der Politiker strengt sich an, um bei seinen Wählern beliebt zu bleiben bzw. seine Beliebtheit zu erhöhen usw.  

Der Begriff „Anstrengung“ bzw. „Bemühung“ kann sowohl für/von Muslime(n) als auch Nicht-Muslime(n) verwendet werden. Beispielsweise sagt Allah, der Einzige und Wahrhaftige Gott, im Koran:

„Und wir haben dem Menschen anbefohlen, seine Eltern mit Güte zu behandeln. Wenn sie sich aber darum BEMÜHEN (JAHADAKA), daß Du Mir das beigesellst, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht...“ (29:8; siehe auch 31:15)

In den zwei oben genannten Koran-Versen sind es nicht-muslimische Eltern, die sich „darum bemühen“ (jahadaka), ihr muslimisches Kind zu ihrer Religion zu bekehren.

Im Westen wird „Jihad“ in der Regel mit „Heiliger Krieg“ übersetzt, eine Verwendung, die von den Medien popularisiert wurde.

Gemäß der islamischen Lehre ist es UNHEILIG, einen Krieg anzustiften oder zu beginnen. Dennoch sind einige Kriege unvermeidlich und gerechtfertigt. Wenn wir den Begriff „Heiliger Krieg“ ins Arabische rückübersetzen, erhalten wir „harbun muqaddasatu“ und für „Der heilige Krieg“ „al-harbu al-muqaddasatu“.

WIR FORDERN jeden Wissenschaftler und Gelehrten DAZU AUF, die Bedeutung „Heiliger Krieg" für „Jihad“ im Koran oder den authentischen Hadith-Sammlungen oder der frühen islamischen Literatur zu finden. Leider übersetzen selbst einige muslimische Schriftsteller und Übersetzer von Qur’an- und Hadith-Texten sowie anderer islamischer Literatur den Begriff „Jihad“ aufgrund des Jahrhunderte langen Einflusses durch westliche Propaganda mit „Heiliger Krieg“. Dies könnte als Anlehnung an den christlichen Gebrauch des Begriffes „Heiliger Krieg“ gesehen werden, der sich auf die Kreuzzüge vor tausend Jahren bezieht. Die arabischen Begriffe für Krieg, die im Qur’an und den Hadith gefunden werden, sind jedoch „harb“ oder „qital“.

Für Muslime bezieht sich der Begriff JIHAD auf jede Form des ABMÜHENS, wobei der Begriff im Laufe der Zeit auch Sonderbedeutungen angenommen hat. Die Quelle dieser Entwicklung ist der Qur’an (das Wort Gottes, das dem Propheten Muhammad  offenbart wurde  steht für „Salallahu alaihi wa salam“ und bedeutet „Allahs Segen und Frieden auf ihm“]. Im Qur’an und den Hadith wird das Wort „Jihad“ in unterschiedlichen Kontexten verwendet:

 

1. ERKENNEN DES SCHÖPFERS UND DIE ALLES ÜBERWIEGENDE LIEBE ZU IHM:

Es liegt in der menschlichen Natur, mehr das zu lieben, was man mit den eigenen Augen sieht und mit seinen Sinnen spürt, als die UNSICHTBARE REALITÄT. Der Schöpfer des Universums und der einzig existente Gott ist Allah. Er ist die unsichtbare Realität, die wir meist ignorieren und nicht anerkennen. Im Koran werden diejenigen angesprochen, die behaupten, Gläubige zu sein:

„O die ihr glaubt, nehmt nicht eure Väter und eure Brüder zu Schutzherren, wenn sie den Unglauben mehr lieben als den Glauben! Wer von euch sie zu den Vertrauten nimmt, das sind die Ungerechten. Sag: Wenn eure Väter, eure Söhne, eure Brüder, eure Gattinnen und eure Sippenmitglieder, Besitz, den ihr erworben habt, Handel, dessen Niedergang ihr fürchtet, und Wohnungen, an denen ihr Gefallen findet, euch lieber sind als Allah und Sein Gesandter und das ABMÜHEN auf Seinem Weg, dann wartet ab, bis Allah mit seiner Anordnung kommt! Allah leitet das Volk der Frevler nicht recht.“

(9:23, 24)

Es ist in der Tat ein Kampf, Allah vor unsere Familie, unser Vermögen, unsere weltlichen Bestrebungen und unser eigenes Leben zu stellen. Insbesondere für einen Nicht-Muslim, der den Islam annimmt, kann es angesichts des Widerstandes von Familie und Gesellschaft ein harter Kampf sein.

 

2. DEM DRUCK VON ELTERN UND GESELLSCHAFT WIDERSTEHEN:

Sobald sich jemand dazu entschließt, den Schöpfer des Universums allem voran zu stellen, ist dieser Mensch meist großem Druck ausgesetzt. Es ist nicht einfach, diesem Druck standzuhalten und sich damit ABZUMÜHEN, die Hinhabe und Liebe zu Allah auch weiterhin über alles zu stellen. Ein Mensch, der von einer anderen Religion zum Islam kommt, wird möglicherweise einem Druck ausgesetzt sein, der darauf abgezielt ist, diesen Menschen wieder zu seiner ursprünglichen Religion zurückzubringen. Im Koran lesen wir:

„So gehorche nicht den Ungläubigen und mühe dich (jahidhum) damit (mit dem Qur’an) gegen sie ab mit großem Einsatz.“ (25:52)

 

3. STANDHAFT AUF DEM GERADEN WEG BLEIBEN:

Allah sagt im Koran:

„Und MÜHT euch für Allah AB (JADIHU), wie der wahre Einsatz für Ihn (JIHADIHI) sein soll. Er hat euch erwählt und euch in der Religion (Dīn) keine Bedrängnis auferlegt...“ (22:78)

„Und wer sich ABMÜHT (JAHADA), der MÜHT sich nur zu seinem eigenen Vorteil AB (YUJAHIDU), denn Allah ist der Weltenbewohner fürwahr unbedürftig.“ (29:6)

Denjenigen, die sich anstrengen und damit abmühen, ein Leben nach dem Islam zu führen und denen das Leben aufgrund von Verfolgung schwer gemacht wird, wird empfohlen, in ein friedlicheres und toleranteres Land auszuwandern und sich dort weiter für die Sache Allahs abzumühen. Allah sagt im Koran:

„Diejenigen, die die Engel abberufen, während sie sich selbst Unrecht tun, (zu jenen) sagen sie: ‚Worin habt ihr euch befunden?‘ Sie sagen: ‚Wir waren unterdrückte im Land.‘ Sie (die Engel) sagen: ‚War Allahs Erde nicht weit, so daß ihr darauf hättet auswandern können?‘“ (4:97)

„Diejenigen (aber), die glauben, und diejenigen, die auswandern und sich auf Allahs Weg ABMÜHEN (JAHADU), sie hoffen auf Allahs Erbarmen...“ (2:218)

Allah prüft die Gläubigen in ihrem Glauben und ihrer Standhaftigkeit:

„Oder meint ihr etwa, daß ihr in den (Paradies)garten eingehen werdet, noch ehe Allah diejenigen von euch kennt, die unter euch sich (für Seine Sache) ABMÜHEN (JAHADU), und die Standhaften kennt?“ (3:142)

„Und Wir werden euch ganz gewiß mit ein wenig Furcht und Hunger und Mangel an Besitz, Seelen und Früchten prüfen. Doch verkünde frohe Botschaft den Standhaften.“ (2:155)

In der Geschichte sehen wir, dass der Prophet Mohammad und sein Stamm drei Jahre lang gesellschaftlich und wirtschaftlich boykottiert wurden, mit dem Ziel, dass er seine Botschaft aufgebe und sich mit den Götzendienern einige, doch er widerstand und erzielte einen moralischen Sieg.

 

4. STREBEN NACH RECHTSCHAFFENEN TATEN:

Allah verkündet uns im Koran:

„Diejenigen aber, die sich um Unsertwillen ABMÜHEN (JAHADU), werden Wir ganz gewiß Unsere Wege leiten. Allah ist wahrlich mit den Gutes Tuenden.“ (29:69)

Wenn wir mit zwei gegensätzlichen Interessen konfrontiert sind, ist es Jihad, die richtige Wahl zu treffen, wie der folgende Hadith veranschaulicht:

„A´ischa, Mutter der Gläubigen, Allahs Wohlgefallen auf ihr, sagte: „O Gesandter Allahs, wir sehen, dass der Dschihad die beste Tat ist. Sollen wir (Frauen) nicht kämpfen?“ Der Prophet antwortete: „Nein! Der beste Dschihad ist der gut nach Vorschrift ausgeführte Hadsch.“ (Sahih Al-Bukhari Nr. 1520)

Ein anderes Mal sagte ein Mann zum Propheten:

„‚Ich will den Jihad unternehmen!‘ Der Prophet fragte ihn: ‚Leben deine Eltern noch?‘ Der Mann sagte: ‚Ja.‘ Der Prophet sagte zu ihm: ‚Zu deren Wohl sollst du dann den Jihad unternehmen.‘“ (Sahih Al-Bukhari Nr. 1520)

Abu Said al-Khudri (r) überliefert, dass der Prophet sagte:

„Der beste Dschihad ist ein wahres Wort zu einem ungerechten Herrscher.“ (Riyad us-Salihin Nr. 194)

Der Gesandte Allahs sagte einmal: „...der MUDSCHAHID (Kämpfer für den Glauben) ist derjenige, der sich um Allahs Willen gegen sich selbst ABMÜHT, und der MUHADSCHIR (Auswanderer) ist derjenige, der von schlechten Taten und Sünden ablässt.“ (Sahih Ibn Hibban Nr. 4862)

 

5. DEN MUT UND DIE STANDHAFTIGKEIT BESITZEN, DIE BOTSCHAFT DES ISLAMS ZU ÜBERMITTELN:

Im Koran werden die Erfahrungen zahlreicher Propheten und anderer guter Menschen, die bei der Überbringung der Botschaft Allahs viel gelitten haben, erwähnt. So zum Beispiel in den Versen 26:1-190 und 36:13-32. Im Koran lobt Allah insbesondere diejenigen, die sich darum bemühen, Seine Botschaft zu übermitteln:

„Und wer spricht bessere Worte als wer (andere Menschen) zu Allah ruft, rechtschaffen handelt und sagt: ‚Gewiß doch, ich gehöre zu den (Allah) Ergebenen‘?“ (41:33)

In schwierigen Situationen braucht es ein hohes Maß an Mut, um Muslim zu bleiben, sich als Muslim erkennen zu geben und andere zum Islam zu rufen. Im Koran lesen wir:

„Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, die an Allah und Seinen Gesandten glauben und hierauf nicht zweifeln und sich mit ihrem Besitz und mit ihrer eigenen Person auf Allahs Weg ABMÜHEN. Das sind die Wahrhaftigen.“ (49:15)

 

6. VERTEIDIGEN DES ISLAMS UND DER GEMEINSCHAFT:

Allah verkündet uns im Koran:

„Erlaubnis (zum Kampf) ist denjenigen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen ja Unrecht zugefügt wurde – und Allah hat wahrlich die Macht, ihnen zu helfen –, (ihnen), die zu Unrecht aus ihren Wohnstätten vertrieben wurden, nur weil sie sagen: Unser Herr ist Allah. ...“ (22:39-40)

 

Der Koran erlaubt den Kampf zur Verteidigung der Religion des Islams und der Muslime. Diese Erlaubnis beinhaltet die Selbstverteidigung und das Schützen von Familie und Eigentum. Die frühen Muslime haben viele Kämpfe gegen ihre Feinde unter der Führung des Propheten Muhammad bzw. seiner Vertreter geführt. Als beispielsweise die Götzendiener der Quraisch mit ihren Heeren gegen den Propheten Muhammad antraten, kämpften die Muslime, um ihren Glauben und ihre Gemeinschaft zu verteidigen. Der Koran lesen wir dazu Folgendes:

„Und kämpft auf Allahs Weg gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht! Allah liebt nicht die Übertreter. ...Und kämpft gegen sie, bis es keine Verfolgung mehr gibt und die Religion (allein) Allahs ist. Wenn sie jedoch aufhören, dann darf es kein feindseliges Vorgehen geben außer gegen die Ungerechten.“ (2:190-193)

 

 

Kommentar von Yusuf Estes:

Hinweis: Was die oben aufgeführten Verse der Sura Baqarah angeht, so taucht der Begriff „Jihad“ in keinem dieser Verse auf. Im Grunde taucht der Begriff überhaupt nicht in den Versen auf, die meist mit dem Thema Kampf/Krieg in Verbindung gebracht werden. Das von Allah verwendete Wort im Koran lautet „Qital“, und dieses weist noch nicht einmal eine ähnliche Wurzel wie das Wort „Jihad“ auf. Da diese Begriffe in bestimmten Kontexten jedoch oft miteinander in Verbindung gebracht werden, ist es nur fair, auf diesen Unterschied hinzuweisen und dann mit der Erläuterung fortzufahren.

Weiterer Hinweis: Wenn man diese Verse im Gesamtkontext betrachten will, muss man von Vers 189 an bis 196 lesen. Dies liegt daran, dass Muhammad Fragen zu verschiedenen Auseinandersetzungen, die es unter den Muslime gab, gestellt wurden.

Die erste Frage bezog sich auf die Neumonde und den Aberglauben in diesem Zusammenhang. Es wurde ihnen geantwortet, dass sie die Neumonde nur als Mittel zur Zeitberechnung betrachten sollten, mit denen u.a. der Zeitpunkt der Hadsch bzw. Pilgerfahrt bestimmt werden könne.

Als nächstes fragten sie nach einem weiteren Aberglauben, in dem es über das Betreten von Häusern durch andere Türen als die Haustür ging und ob ein Nutzen darin läge. Erneut wurde ihnen geantwortet, dass kein Nutzen im Aberglauben sei und dass man die Häuser durch die entsprechenden Haustüren betreten solle.

Das nächste Thema (Vers 196) bezieht sich wieder auf die Hadsch (in Vers 189), auch wenn dies in diesem Vers nicht erwähnt wird.

Den Muslimen wurde, als sie ihre Hadsch (Pilgerfahrt) unternehmen wollten, von den Götzendienern (Muschrikien) der Zutritt zum Heiligtum von Mekka verwehrt. Sie waren den ganzen Weg von Medina nach Mekka zu Fuß gelaufen, wobei sie nur mit zwei großen, um den Körper gewickelten Tüchern bekleidet und in diesem Zustand völlig schutzlos gegen ihre Feinde waren. Diese Götzendiener waren dieselben, welche die Muslime schon in Mekka malträtiert und aus ihren Häusern vertrieben, ihr Eigentum gestohlen und sogar einige von ihnen getötet hatten, nur weil sie Gott alleine und ohne Partner anbeteten.

Sogar als verschiedene Abkommen mit den Muslimen getroffen und die Muslime gezwungen wurden, wieder nach Medina zurückzukehren, verwehrten ihnen die Götzendiener im darauf folgenden Jahr erneut den Zutritt zur Heiligen Ka'bah.

Und genau an diese blutrünstigen Götzendiener sind diese Verse gerichtet. Wenn man den Text genau betrachtet, sieht man, dass die Muslime in Vers 196 sogar unterrichtet werden, wie sie sich zu verhalten haben, falls sie die Götzendiener erneut vom Zutritt abhalten.

Ich selbst habe einige arabische Gelehrte nach der genauen Bedeutung der auf „Qital“ bezogenen Begriffe, wie sie hier verwendet werden, gefragt. Alle, mit denen ich gesprochen habe, ob von der Al-Azhar in Ägypten, der Universität Medina in Saudi Arabien, der Universität von Fes in Marokko oder von Istanbul in der Türkei, äußerten sich einstimmig und sagten, dass das Wort „Qital“ nicht im Sinne von „Töten" oder „Abschlachten“ verwendet wird, sondern eher mit der Bedeutung „Kampf“ assoziiert ist.

In diesem Zusammenhang betrachtet, ist dies auch das Ergebnis ihrer Nachforschung und ihres Vergleichs mit dem Deutschen:

2:189 Und sie fragen dich, [Muhammad], nach den Jungmonden. Sag: Sie sind festgesetzte Zeiten für die Menschen und die Pilgerfahrt. Und nicht darin besteht die Frömmigkeit, daß ihr von der Rückseite in die Häuser kommt. Frömmigkeit besteht vielmehr darin, daß man gottesfürchtig ist. So kommt durch die Türen in die Häuser und fürchtet Allah, auf daß es euch wohl ergehen möge!“ 

2:190 Und kämpft auf Allahs Weg gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht! Allah liebt nicht die Übertreter. 

2:191 Und tötet sie (im Kampf), wo immer ihr auf sie trefft, und vertreibt sie, von wo sie euch (in Mekka) vertrieben haben, denn Verfolgung ist schlimmer als Töten! Kämpft jedoch nicht gegen sie bei der geschützten Gebetsstätte (in Mekka), bis sie dort (zuerst) gegen euch kämpfen. Wenn sie aber (dort) gegen euch kämpfen, dann tötet sie. Solcherart ist der Lohn der Ungläubigen.

2:192 Wenn sie jedoch aufhören, so ist Allah Allvergebend und Barmherzig.

2:193 Und kämpft gegen sie, bis es keine Verfolgung (Terrorismus, Angriffe und Unterdrückung) mehr gibt und die Religion (allein) Allahs ist. Wenn sie jedoch aufhören, dann darf es kein feindseliges Vorgehen geben außer gegen die Unterdrücker (Terroristen).“

2:194 Der Schutzmonat ist für den Schutzmonat [d. h.: Solltet ihr in einem dieser heiligen Monate angegriffen werden, so dürft ihr kämpfen.], und (für) die unantastbaren Dinge ist Widervergeltung. Wenn jemand gegen euch übertritt, dann geht (auch ihr) in gleichem Maße gegen ihn vor, wie er gegen euch übergetreten hat. Und fürchtet Allah und wißt, daß Allah mit den Gottesfürchtigen ist.

2:195 Und gebt auf Allahs Weg aus und stürzt euch nicht mit eigener Hand ins Verderben. Und tut Gutes. Allah liebt die Gutes Tuenden.

2:196 Vollzieht die Pilgerfahrt und die Besuchsfahrt für Allah. Wenn ihr jedoch (daran) gehindert werdet, dann (bringt) an Opfertieren (dar), was euch leichtfällt. Und schert euch nicht die Köpfe, bevor die Opfertiere ihren Schlachtort erreicht haben. Wer von euch krank ist oder ein Leiden an seinem Kopf hat, der soll Ersatz leisten mit Fasten, Almosen oder Opferung eines Schlachttiers. – Wenn ihr aber in Sicherheit seid, dann soll derjenige, der die Besuchsfahrt mit der Pilgerfahrt durchführen möchte, an Opfertieren (darbringen), was ihm leichtfällt. Wer jedoch nicht(s) finden [bzw. sich leisten] kann, der soll drei Tage während der Pilgerfahrt fasten und sieben, wenn ihr zurückgekehrt seid; das sind im ganzen zehn. Dies (gilt nur) für den, dessen Angehörige nicht in der geschützten Gebetsstätte wohnhaft sind. Und fürchtet Allah und wißt, daß Allah streng im Bestrafen ist.

Da ich Dr. M. Amir Ali viele Jahre persönlich gekannt habe, bin ich mir sicher, dass es in seinem Willen gewesen wäre, diese Ergebnisse zu seiner wunderbaren Arbeit beizutragen. Möge Allah seine Arbeit annehmen und barmherzig mit ihm sein und mir alle Fehler verzeihen, Amin. - Yusuf Estes

 

7. VERBÜNDETEN, MUSLIMEN ODER NICHT-MUSLIMEN, HELFEN:

Gegen Ende seines Lebens verbündete sich der Stamm Banu Khuza'ah mit dem Propheten. Sie lebten in der Nähe von Mekka, das damals unter der Herrschaft der Quraisch, dem eigenen Stamm Muhammads, stand. Der Stamm der Banu Bakr, der mit den Quraisch verbündet war, griff mithilfe einiger der Quraisch die Banu Khuza'ah an, welche sich auf das Abkommen beriefen und vom Propheten forderten, dass er ihnen helfe und die Quraisch bestrafe. Muhammad organisierte daraufhin einen Feldzug gegen die Quraisch von Mekka, der ohne Gefecht zur Eroberung Mekkas führte.

 

8. VERTREIBEN DERJENIGEN, DIE VERRAT BEGEHEN:

Allah befielt den Muslimen im Koran:

„Und wenn du dann von irgendwelchen Leuten Verrat befürchtest, so verwirf ihnen (die Verpflichtung) in gleicher Weise. Gewiß, Allah liebt nicht die Verräter.“ (8:58)

Der Prophet unternahm eine Reihe von bewaffneten Feldzügen, um solche Verräter zu entmachten und aus ihren Wohnungen zu vertreiben. Er hatte mit einigen jüdischen Stämmen Verträge geschlossen, doch begingen einige von ihnen Hochverrat. Der Prophet  führte daraufhin bewaffnete Feldzüge gegen diese Stämme, besiegte sie und verbannte sie aus Medina und den umgebenden Ortschaften.

 

9. VERTEIDIGUNG MITTELS PRÄVENTIVSCHLAG: 

In der Tat ist es schwierig, Menschen zum Kampf zu mobilisieren, wenn keine Invasoren im Lande sind, doch müssen diejenigen, welche die Verantwortung tragen, Gefahren im Voraus erkennen und die Führung übernehmen. Der Gesandte Allahs war verantwortlich für den Schutz seiner Leute und der Religion, die er in Arabien etabliert hatte. Wann immer er von Informanten die Nachricht erhielt, dass sich Feinde nahe den Grenzen aufhielten, führte er Präventivschläge durch und zerschlug und vertrieb sie.

Allah hat den Muslimen im Koran befohlen:

„Vorgeschrieben ist euch zu kämpfen, obwohl es euch zuwider ist. Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und vielleicht ist euch etwas lieb, während es schlecht für euch ist. Allah weiß, ihr aber wißt nicht.“ (2:216)

 

10. DIE NÖTIGE FREIHEIT ERZIELEN, UM DIE BOTSCHAFT DES ISLAMS OFFEN UND FREI ZU VERMITTELN UND ZU LEHREN:

 

Allah verkündet uns im Koran:

Sie fragen dich, [Muhammad], nach dem Schutzmonat, danach, in ihm zu kämpfen. Sag: In ihm zu kämpfen ist schwerwiegend. Aber von Allahs Weg abzuhalten – und Ihn zu verleugnen –, und von der geschützten Gebetsstätte (abzuhalten) und derer Anwohner von ihr vertreiben, ist (noch) schwerwiegender bei Allah. Und Verfolgung ist schwerwiegender als Töten. Und sie werden nicht eher aufhören, gegen euch zu kämpfen, bis sie euch von euerer Religion abgekehrt haben – wenn sie (es) können...“ (2:217)

 

„Und diejenigen, die, wenn Gewalttätigkeit gegen sie verübt wird, sich selbst helfen.“ (42:39)

 

Um diese Freiheit zu erlangen, sagte der Prophet:

„MÜHT EUCH (JAHIDU) gegen die Ungläubigen mit euren Händen und Zungen ab.“ (Sahih Ibn Hibban Nr. 4708)

Das Leben des Propheten war vollständig von diesem STREBEN nach der Freiheit, die das Übermitteln der Botschaft des Islams ermöglichen sollte, geprägt. Während seines Aufenthaltes in Mekka wandte er dazu friedliche Mittel an, und nachdem er die Führung Medinas übernommen hatte, führte er mit der Erlaubnis Allahs den bewaffneten Kampf gegen seine Feinde, wann immer er es für unvermeidlich hielt.

 

11. DAS BEFREIEN VON MENSCHEN AUS DER TYRANNEI:

Allah ermahnt die Muslime im Koran:

„Was ist mit euch, daß ihr nicht auf Allahs Weg, und (zwar) für die Unterdrückten unter den Männern, Frauen und Kindern kämpft, die sagen: ‚Unser Herr, bringe uns aus dieser Stadt heraus, deren Bewohner ungerecht sind, und schaffe uns von Dir aus einen Schutzherrn, und schaffe uns von Dir aus einen Helfer.‘“ (4:75)

 

Der Auftrag des Propheten war es, Menschen aus der Tyrannei und Ausbeutung repressiver Systeme zu befreien. Sobald diese befreit wurden, stand es den Menschen frei, den Islam anzunehmen oder nicht. Die Nachfolger des Propheten folgten seinen Fußstapfen und halfen denjenigen, die unterdrückt wurden. Als beispielsweise die unterdrückten Bewohner Spaniens die Muslime wiederholt um Hilfe baten, wurde Spanien von den Muslimen befreit und die Gewaltherrscher beseitigt. Nach der Eroberung Syriens und Iraks durch die Muslime äußerten sich die Christen in Hims wie folgt zu der muslimischen Herrschaft: „Uns gefällt die Art, wie ihr eure Herrschaft ausübt und Gerechtigkeit walten lasst viel besser als die Unterdrückung und Tyrannei, unter der wir gelebt haben.“  Die besiegten Herrscher Syriens waren römische Christen und Irak wurde von zoroastrischen Persern regiert. 

 

WIE SOLLEN SICH MUSLIME VERHALTEN, WENN SIE DEN SIEG ERRINGEN?

Muslime sollten Tyrannei, Verrat, Fanatismus und Unwissenheit abschaffen und durch Gerechtigkeit und Gleichheit ersetzen. Wir sollten wahrhaftiges Wissen vermitteln und die Menschen von der Knechtschaft der Beigesellung (SCHIRK bzw. Anbetung mehrerer Götter), der Vorurteile, des Aberglaubens und der Mythen befreien. Muslime beseitigen Sittenlosigkeit, Angst, Kriminalität und Ausbeutung und ersetzen diese durch göttliche Moral, Frieden und Bildung. Im Koran heißt es:

Allah befiehlt euch, anvertraute Güter ihren Eigentümern (wieder) auszuhändigen und, wenn ihr zwischen den Menschen richtet, in Gerechtigkeit zu richten. Wie trefflich ist das, womit Allah euch ermahnt! Gewiß, Allah ist Allhörend und Allsehend.“ (4:58)

 

„O die ihr glaubt, seid Wahrer (der Sache) Allahs als Zeugen für die Gerechtigkeit. Und der Haß, den ihr gegen (bestimmte) Leute hegt, soll euch ja nicht dazu bringen, daß ihr nicht gerecht handelt. Handelt gerecht. Das kommt der Gottesfurcht näher. Gewiß, Allah weiß über das Innerste der Brüste Bescheid.“ (5:8)

 

Und unter denjenigen, die Wir erschaffen haben, gibt es eine Gemeinschaft, die mit der Wahrheit rechtleitet und nach ihr gerecht handelt. (7:181)

 

Allah gebietet Gerechtigkeit, gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf daß ihr bedenken möget.“ (16:90)

 

„(Ihnen), die, wenn Wir ihnen eine feste Stellung auf der Erde verleihen, das Gebet (SALAH) verrichten und die Abgabe (ZAKAH) entrichten, das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten. Und Allah gehört das Ende der Angelegenheiten.“ (22:41)

WURDE DER ISLAM GEWALTSAM, D.H. MIT DEM SCHWERT, VERBREITET?

Die zweifelsfreie und klare Antwort lautet NEIN! Im Koran heißt es:

„Es gibt keinen Zwang im Glauben (Islam). (Der Weg der) Besonnenheit ist nunmehr klar unterschieden von (dem der) Verirrung.“ (2:256)

 

Im Folgenden eine Untersuchung der Frage über die Verbreitung des Islams, die von T. W. Arnold, einem christlichen Missionar, durchgeführt wurde:

„...von einem organisierten Versuch, die nicht-muslimische Bevölkerung zur Annahme des Islams zu zwingen oder einer systematischen Verfolgung, mit dem Ziel, die christliche Religion auszumerzen, ist nirgends die Rede. Hätten die Kalifen einen dieser Wege gewählt, hätten sie das Christentum möglicherweise ganz einfach wegfegen können, genauso einfach wie Ferdinand und Isabella den Islam aus Spanien vertrieben oder Louis XIV den Protestantismus in Frankreich strafbar machte oder die Juden 350 Jahre lang England nicht betreten durften. Die östlichen Kirchen in Asien waren vollständig von der übrigen christlichen Gemeinde getrennt, in der es durchweg niemanden gab, der auch nur einen Finger für sie als ketzerische Gemeinden gekrümmt hätte. Das Überleben genau dieser Kirchen bis zum heutigen Tag ist ein starker Beweis für die allgemein tolerante Haltung der mohammedanischen [sic] Regierungen ihnen gegenüber“.

 

Weder lehrt der Islam noch wünschen die Muslime einen Übertritt zum Islam, der aus Angst, Gier, Heirat oder einer anderen Art des Zwangs vollzogen wird. 

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass „Jihad“ das ABMÜHEN AUF DEM WEGE ALLAHS mit dem Stift, der Zunge, der Hand, den Medien und, wenn unausweichlich, mit Waffen bedeutet („Qital“ Verwendung von Waffen im Kampf – Herausgeber).

Dabei umfasst der Begriff des Jihads im Islam jedoch nicht das Streben nach persönlicher oder nationaler Macht, Vorherrschaft, Ruhm, Reichtum, Ansehen oder Stolz.

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Orientalistische Haltung zum Islam

Der europäische „Orientalismus“ hat insbesondere den Islam immer wieder als „zeitlos, ewig, unbewegt“ bestimmt, ihm ein „ahistorisches“, gleichsam „außerhalb der Welt hockendes“ Wesen unterschoben. Auch wenn es zutrifft, daß die These von der „Abgeschlossenheit“ des islamischen Denkens innerhalb des Islam selbst im Rahmen der maßgeblichen Hauptströmung der Sunna seit al-Guwaini in oberflächlich ähnlicher Weise verfochten wird, so kann dies doch nicht die Grundlage für eine historisch bewusste, über sich und die anderen „aufgeklärte“ Haltung der gegenwärtigen Europäer zum Islam abgeben.

 

Gegen den - strukturell eurozentrischen - „Kulturkreis-Historismus“, der aus dem 19. Jh. weit kräftiger fortwirkt als alle universalistischen, emanzipatorischen Gesellschaftstheorien oder „großen Erzählungen“, deren wirkliche und angebliche Probleme die Vertreter der Generation der Postmodernen in der jüngeren Vergangenheit unter Rückgriff auf einen erneuerten Kulturrelativismus betont haben, ist auf einigen ganz elementaren Feststellungen zu bestehen:

 

- Der Islam ist nichts der europäischen intellektuellen Tradition Äußerliches, sondern er gehört selbst wesentlich zu unserem westeuropäischen Kulturerbe - und zwar in zweierlei Hinsicht: Zum einen als eine der Religionen aus der „abrahamitischen Tradition“, Judentum, Christentum, Islam, die sich alle - obwohl sie es jeweils mehr oder minder heftig bestreiten - inden letzten 1000 Jahren in Auseinandersetzung und Abgrenzung miteinander entwickelt haben, also historisch konkret jeweils ohne die beiden anderen nicht das wären, was sie heute geworden sind. Deswegen bietet die Besinnung auf den darin liegenden gemeinsamen Vorrat an Redeweisen, Metaphern, Narrationen heute einen viel zu wenig genutzten Schatz für die Dialogfähigkeit zwischen den zwar laizisierten, aber immer noch in dieser Tradition aufgewachsenen Nichtmuslimischen Westeuropäer und den europäischen Muslimen. Zum anderen aber auch als die zweite - nach dem byzantinischen Reichschristentum und vor der katholischen Christenheit - ausgearbeitete ideologische Artikulation von weltimmanenter späthellenistischer Philosophie und Wissenschaft, polisgesellschaftlicher und imperialerinstitutioneller Rechtstradition und transzendenter Offenbarungsregion, die für die „Geburt Europas“ als Vorbild, Folie und Denkmaterial gedient hat.

 

- Der Islam in seiner Geschichte - die innerhalb der islamischen Tradition selbst allerdings nur unzureichend in Erinnerung geblieben ist - enthält eine entscheidende Phase intellektueller Umbauarbeiten und Kritiken im Verhältnis von Philosophie und Religion, von Vernunftglauben und Glaubensobservanz, ohne die es schwerfiele, das überhaupt zu denken, was immer wieder als der eigentliche Kernbestand europäischer Identität behauptet wird: die Renaissance, die Reformation und die Aufklärung. Dabei spielt aus westeuropäischer Sicht die Nichtexistenz einer die Gemeinde der Gläubigen hierarchisch erfassenden Kirche eine maßgebliche Rolle, wie sie vor allem vom katholischen Modell der „Christenheit“ entwickelt worden ist. Deswegen ist der geringe Stand des heute auf beiden Seiten - bei Muslimen und Nicht-Muslimen -vorhandenen historischen Bewusstseins über die gemeinsamen Traditionslinien in Religion und Philosophie, die sie sowohl verbinden als auch unterscheiden, ein kulturpolitisch dringend zu behebende Selbstaufklärungslücke.

 

 

Freiburg, 19.03.2017

wissen-islam.de

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Zurück zum Koran

Das arabische Wort qur´an (Koran), ein Verbalsubstantiv zu dem Verb qara´a (lesen, rezitieren). Aus der Wurzel q-r-a wird aber auch das Verb qaru´a (sammeln) abgeleitet, da der Koran die „Frucht“ der vorangegangenen Schriften (Thora & Evangelium) und des gesamten Wissens sammelt und in sich vereint.

 

Der Koran möchte alle Menschen zur Wahrheit geleiten und dient in erster Linie vier Zwecken: Er soll die Existenz und Einheit Gottes demonstrieren, das Amt der Prophetenschaft verwurzeln, über das Leben nach dem Tode aufklären, sowie die Anbetung Gottes und die Grundlagen der Gerechtigkeit verkünden. Um diese Themen kreisen die meisten Verse des Korans. Basierend auf diesen vier essenziellen Zwecken enthält der Koran die wichtigsten Prinzipien des Glaubens, Regeln für das Leben der Menschen, detaillierte Information über die Auferstehung und das Jenseits, Anweisungen zur Anbetung Gottes, moralische Standards, offene oder implizierte Erklärungen zu wissenschaftlichen Fakten, Betrachtungen zum Aufstieg und Fall von Zivilisationen, Auszüge aus den Historien vieler Völker der Vergangenheit usw.

 

Daneben ist der Koran eine Heilquelle. Seine Anwendung im Leben vermag fast alle psychischen und sozialen Krankheiten zu heilen. Er ist zugleich Kosmologie, Epistemologie, Ontologie, Soziologie, Psychologie und Gesetz. Er wurde offenbart, um das Leben der Menschen in der Welt zu gestalten, und er ist weder auf eine bestimmte Zeit beschränkt noch richtet er sich an nur ein Volk. Er besitzt für alle Zeiten Gültigkeit und spricht alle Völker gleichermaßen an.

 

Mit Hinzufügungen von erfundenen Bestandteilen wurde die Religion immer wieder stark verfälscht. In der islamischen Literatur nennt man einen der Religion hinzugefügten Bestandteil Bid´at.

 

Im echten Islam sind weder der Prophet noch seine Begriffe und seine Institutionen Erfindungen. Wer dem etwas hinzufügt, was der Koran als Religion definiert, kreiert eine erfundene Religion. Aus welcher Motivation auch immer die Religion durch Neuerungen ergänzt, betreibt Ketzerei. Bid´at ist etwas, das als Teil der Religion propagiert wird, aber nicht in der Religion, die Allah (Gott) offenbart hat, vorhanden ist.

 

In der Aufwertung jener Bräuche, mit denen wir unter der Bezeichnung Sunna konfrontiert sind, zu Bestandteilen der Religion wird der Schaden deutlich, der durch die Kategorie des Bid´at angerichtet worden ist. Dabei rückten die arabish-omaijidischen (Amavi bzw. Emevi) Sitten in den Vordergrund, die man als Quelle der fatalsten unerwünschten Neuerungen bezeichnen kann. 

 

Das schlimmste an solcherlei unerwünschten Neuerungen, die im Islam durch Hinzufügung oder Weglassen vorgenommen werden, ist jedoch die Begründung, sie erfolgten doch nur zu unserem Besten. Diesem scheinbar guten Willen ist es zu verdanken, daß unerwünschte Neuerungen in der Gesellschaft Anklang finden, sich eine Degenerationserscheinung still und leise verbreitet und nicht der Religion zuzurechnende Sitten, Gebräuche und Gewohnheiten in den Stand der Religion erhoben werden.

 

Ein anderes Übel, ja sogar „Grundübel“ ist, daß die Religionen zu politischen Zwecken mißbraucht wurde und wird. Dieses Grundübel gehört zu den grausamsten Kapiteln der Geschichte. Nicht nur, daß unfaßbare Grausamkeiten gegen eine Vielzahl von Menschen begangen wurden/wird, dies hat auch dazu beigetragen, daß zahlreiche achtbare Menschen sich von der Religion abgewandt und gegen Gott und die Religion aufgelehnt haben. Denn sie mußten angesichts derartiger Widersprüchlichkeiten und Frevel zwangsläufig zu dem Schluß gelangen, „wenn dies Religion sein soll, dann will ich damit nichts zu tun haben“.

 

Die größte Bedrückung der Menschheit resultiert seit jeher aus der Verfälschung der Religion zu einer politischen Ideologie und deren Instrumentalisierung zum Betrug der Volksmassen, auch heute noch.

 

Vor ungefähr 100 Jahren bildete sich in der muslimischen Welt eine Bewegung heraus, deren Ziel die Rückkehr zum Koran war, eine Bewegung, die inzwischen bereits auf vielen Höhen und Tiefen zurückblickt, die viele richtige Ansätze verfolgt, aber auch einige falsche. Die Offenbarungen des Koran wurde vom Propheten Muhammed vor 14 Jahrhunderten über einen Zeitraum von 23 Jahren hinweg zu unterschiedlichen Gelegenheiten verkündet. Diese „letzte Version“ des Wortes Gottes, die dem letzten der Propheten als ein Samenkorn eingepflanzt wurde, wuchs heran, trieb Schösslinge und erstarkte (Koran 48:29). Sie brachte Blätter und Blüten hervor und trug in allen Lebensbereichen Früchte. Viele Jahrhunderte lang lebte fast ein Drittel der Menschheit im friedvollen, freudestrahlenden Licht des Korans, bevor dieses Licht von der Vernachlässigung und untreue seiner „Freunde“ und der Feindseligkeit seiner „Feinde“ verdunkelt wurde.

 

Heute aber, nach Jahrhunderten des Leids, verspüren die Muslime überall in der Welt das brennende Bedürfnis nach einer Rückkehr zum Koran. Denn sie fühlen, daß dieses Wort Gottes seit seiner Offenbarung nichts an Frische eingebüßt hat und daß es mit der Zeit immer jünger wird.

 

Der moderne Mensch benötigt dringend ein Heilmittel; denn das Gift, das ihm die materialistischen Strömungen injiziert haben, zeigt bereits Wirkung. Und so ein Heilmittel steht bereit: das Wort Gottes, das nur auf „Ärzte“ wartet, die es den „Kranken“ verabreichen. Von den Bemühungen dieser Ärzte hängt die Zukunft der Menschheit. Wäre der Koran in vollem Umfang richtig verstanden und im Leben praktiziert, dann hätten längst nicht so viele Menschen die Gifte der Neuzeit bereitwillig in sich aufgenommen, als hätte man sie ihnen in goldenen Kelchen präsentiert. So jedoch fanden sich leider nicht nur eine große Zahl von Abnehmern für diese Gifte, sondern auch genügend „angebliche Muslime“ die diese Gifte selbst anstelle des Korans als Heilmittel anpriesen und verschrieben.

 

 

Freiburg, 18.03.2017

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Frömmigkeit ist Gerechtigkeit

Was bedeutet Frömmigkeit? Ist damit nur das Gebet in der Kirche oder Moschee gemeint? Beschränkt sich die Definition von Frömmigkeit allein auf das Verhältnis zu Gott? Ist der Maßstab der Frömmigkeit im Volksglauben oder in Gottes Wort (Offenbarung, Koran)?

 

O die ihr glaubt, seit fest in Wahrung der Gerechtigkeit, und seid Zeugen für Allah (Gott), mag es auch gegen euch selbst oder gegen eure Eltern und Verwandte sein. Ob Reiche oder Arme, Allah steht beiden näher als ihr. Darum folgt nicht der Leidenschaft, auf das ihr imstande sein möget, gerecht zu handeln. Und wenn ihr die Wahrheit verhehlt oder ihr ausweicht, dann bedenkt, Allah ist wohl kundig eures Tuns. (Koran, 4:135)

 

Nach diesem Vers gilt die rechtliche Bewahrung und Überwachung in der Durchsetzung
der Gerechtigkeit als "Kollektivpflicht" der Allgemeinheit. Zur Verwirklichung dieses Ziels ist die Aufrichtigkeit der Zeugen von unerlässlicher Bedeutung, und die Garantie für eine aufrichtige Aussage ist Glaube und Gottesfurcht.

 

Ein wahrer Muslim (Gottergebener) sollte die Wahrheit sagen, auch wenn es gegen seine Eltern ist.

 

Lieben und Hassen ist eine Sache des Herzens, über die der Mensch keine Herrschaft hat.
Gerecht zu sein ist dagegen immer möglich. Daher ist dies ein Gebot für diejenigen, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben. Die Erfüllung dieses göttlichen Gebots wird von Gott belohnt. Wer zuwiderhandelt ist ungläubig und ihm erwartet eine schmerzliche Strafe

 

Der Koran ruft in fast allen Suren und Versen zur "Gottergebenheit" (Islam) auf. Gottes- und Nächstenliebe gehören zusammen, der Glaube und die guten Werke hängen zusammen und ergänzen einander.

 

Nicht ist Frömmigkeit, wenn ihr euer Angesicht wendet nach Osten oder Westen. Vielmehr ist Frömmigkeit, dass man an Gott glaubt, den jüngsten Tag, die Engel, die Schrift und die Propheten, dass man das Geld, obwohl man es liebt, für den Verwandten, den Waisen, den Armen, den Reisenden, den Bettler und für die Sklaven hergibt, dass man das Gebet verrichtet und entrichtet die Armenspende... Sie sind die Aufrichtigen, Frommen und Gottesfürchtigen. (Koran, 2:177)

 

Im Volksglauben wendet man sich beim rituellen Gebet nach Jerusalem (Christen) bzw. Mekka (Muslime). Die Lehre über die Gebetsrichtung (vgl. 2:43) soll hier so verstanden werden, dass die Einnahme der Qibla (türk. Kible) keinesfalls den Menschen mit der echten Frömmigkeit prägt. Unserer Auffassung nach wurde auch neben vielen anderen wichtigen Begriffen, der Begriff "Qibla" zur Zeit der Amaviten für ihre politischen Zwecke verfälscht bzw. verdreht. Qibla bedeutet auf deutsch "Orientierung" bzw. "Richtung". Im sunnitischen und schiitischen Islam wurde es als "die Gebetsrichtung" für das rituelle Gebet gedeutet, da die Amaviten und die Abbasiden nach Mohammeds ableben, viele koranische Begriffe für ihre weltlichen Zwecke und politischen Machtansprüche verfälscht haben. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie den Koran verfälscht haben, sondern die Bedeutungen bestimmter Begriffe die im Koran einen wichtigen Platz einnehmen, anders ausgelegt und gedeutet als es der heilige Koran meint.

 

Im obigen Vers wird die Qibla, also die Richtung und Orientierung der Gläubigen gezeigt, indem der Schöpfer offenbart, dass man nicht ein frommer Gläubiger ist, wenn man sich Richtung Mekka (Osten) niederwirft, sondern wenn man sich vor seinen Hilfebedürftigen Mitmenschen niederwirft, indem man z.B. Waisen, Armen, Verwandten und Reisenden von seinem Besitz gibt. Denn Frömmigkeit ist vielmehr die Einhaltung der Gebote Gottes. Ein wahrer Gläubiger, für den die Liebe zu Allah (Gott) und seinen Mitmenschen Priorität hat, muss seinen Glauben durch wohltätige Handlungen untermauern.

 

Bei wahrer Frömmigkeit also geht es nach dem Koran nicht um traditionelle Rituale (Teppich Richtung Mekka ausrollen oder in der Kirche auf die Knie gehen), sondern um eine Ausrichtung auf Gottes Gebote und auf den notleidenden Menschen. Es geht darum, sich im Namen der Gottes Gebote für bedürftige und notleidende Menschen einzusetzen.

 

Angesichts des Erbarmers Gottes ermahne ich euch, meine Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen, das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst. (Bibel, Römer 12:1)

 

Ganz einfach ausgedrückt könnte man von "Islam machen" sprechen. Das Wort Islam leitet sich von aslama ab und bedeutet "übergeben, sich hingeben". Der Mensch übergibt sich Gottes Geboten. Damit ist nicht das Verhältnis zwischen Herrscher und Untertan gemeint und demnach keine willenslose Hingabe/Unterwerfung, die auf Zwang beruht. Es geht nicht um ein Gehorsam, der von außen auf den Menschen aufgezwungen wird, sondern um eine innere Entscheidung, die Gebote Gottes als Maßstab und Rechtleitung (Richtschnur) des eigenen Lebens anzunehmen.

 

Es gibt keinen Zwang in der Religion. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden vom unrichtigen. Wer also die tâghût (falsche Gottheiten und Mächte des Bösen, die Modelle von Glauben und Herrschaft etablierten, welche Gott Hohn sprachen) ablehnt und an Gott (als den einzigen Gott, Herrn und der Anbetung Würdigen) glaubt, der hat gewiss den sichersten, unzerbrechlichsten Halt ergriffen; und Gott ist hörend , wissend. (Koran, 2:256)

 

Islam ist das Verhältnis einer Liebesbeziehung zuerst von Gott zum Menschen durch sein Wort (den Koran), danach vom Menschen zu Gott und in der Konsequenz auch zu anderen Menschen. Denn die Barmherzigkeit Gottes durch die Offenbarung, soll den "annehmenden" zur Barmherzigkeit gegenüber anderen führen.

 

 "Und Fromm sind diejenigen die ihr Versprechen halten".

Die Gläubigen sollen sich in Tugenden wie Standhaftigkeit und Geduld üben, damit sie sich bei körperlichen Schmerzen oder Leiden, bei jeder Art von Unglück, gleichviel ob es selbst
verschuldet ist oder nicht, und in Zeiten öffentlicher Drangsal wie Verleumdung, Hetze, Gewalttätigkeiten oder Krieg ausgesetzt sind, bewähren. Diese sind die Aufrichtigen, Frommen und Gottesfürchtigen, dies sind wahre Muslime.

 

 

Freiburg, 4.März 2017

wissen-islam.de

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Ohne Fäuste gegen jene, die uns Schlagen, ohne Schmähungen gegen jene, die uns Beleidigen

Die Gläubigen der drei monotheistischen Religionen haben es nicht leicht miteinander. Gemeinsam schöpfen sie aus dem reichen Requisiten (Grundstock) der göttlichen Schrift(en). Sie bekennen einen einzigen Gott (tavhid), der Himmel und Erde erschaffen hat. In ihrer Geschichte sind sie vielfach aufeinander bezogen und miteinander verflochten. In der östlichen Welt Leben Juden, Christen und Muslime seit Jahrhunderten miteinander in Anerkennung, brüderlich zusammen. In der „christlich“ geprägten westlichen Welt hingegen war die Geschichte jüdisch-christlich-islamischer Beziehungen häufig von Abgrenzung und Feindseligkeit, von Pogromen, Kreuzzügen und Völkermorden begleitet.

 

Natürlich hat es auch an Phasen eines friedlichen Miteinanders nicht gefehlt. Die kulturelle Hochblüte der jüdisch-christlich-islamischen Symbiose in Spanien (Andalusien) des 11./ 12. Jh. etwa hat sich auf unvergessliche Weise in die Geschichte eingeschrieben. Einzelne Persönlichkeiten in der westlichen Welt vermochten schon immer die Gräben religiöser Differenzen zu überbrücken. Jedoch taten/tun sich viele „Gläubige“ Christen nach wie vor schwer damit, in den jeweils anderen auch Bruder und Schwester sehen zu können.

 

Waren es doch im Mittelalter die Juden, die vor den christlichen Gräueltaten Zuflucht bei ihren muslimischen Schutzherren (Osmanisches Reich und Andalusien) suchten, sind es heute die Muslime, die vom christlichen Abendland als Terroristen dämonisiert werden. Der Islam sei eine Terror-Religion.

 

Zu schwer wiegen die Erfahrungen jahrhundertelanger Konflikte durch Vorurteile und Hass. Dabei ist die Verständigung und Anerkennung in unserer zunehmend enger vernetzten Welt dringlicher als je zuvor.

 

Gegenseitige Anerkennung gilt als notwendig für jede Art von Zusammenleben, beispielsweise in der Ehe, in einer Schulklasse oder im Beruf. Wird ein Gruppenmitglied nicht anerkannt, wird es ausgegrenzt und gerät in Gefahr zum Außenseiter zu werden.

 

Toleranz bedeutet: gelten lassen/Gewähren lassen (Duldung) fremder Überzeugungen. Diesen Zustand erleben wir im christlichen Europa, daß aus Unwissenheit, Feindseligkeit und Angst resultiert. Dabei wäre von den (angeblich) „aufgeklärten“ Europäern eine andere Haltung zu erwarten.

 

Evolutionstheoretiker wollen uns klarmachen, daß Angst ein „angeborenes Erbe“ unserer Vorfahren sein soll. Vielmehr könnte man sagen, daß die Angst vor dem fremden, ein Resultat der christlichen Missionierungen (Bekehrungs-Kreuzzüge), Gräueltaten in den Kreuzzügen und Massakern, während der Kolonialisierung ihrer Väter ist. Das schlechte Gewissen erzeugt Angst. Angst vor wem oder was?

 

Die sogenannte „Erbsünde“ ist ein Begriff der christlichen Theologie für einen Unheilzustand, der durch den Sündenfall Adams und Evas herbeigeführt worden sei und an dem seither jeder Mensch als Nachfahre dieser Ureltern teilhabe.

 

In einem Koran Vers heißt es dazu: Und kein Träger von Lasten (bzw. Sünden) wird die Last eines anderen tragen müssen; … selbst wenn es ein naher Verwandter wäre. (35:18)

 

Der Mensch (arab. Însân; der vergessende, der Fehler machende) ist mit allen möglichen Schwachpunkten behaftet. Damit er seine hohe Bestimmung erfüllen könne, wurde ihm jedoch in einem eingeschränkten Maß freier Wille gegeben. Der falsche Gebrauch dieses freien Willens macht seine Natur schwach, voreilig oder … ungeduldig.

 

Ge- und Verbote sind der Menschheit nicht als Bürde (Last bzw. Belastung) auferlegt worden. Sie dienen vielmehr dazu, eine Last zu erleichtern, unter der sie sonst zusammenbrechen würden. Der Bereich des Erlaubten ist so weit gefasst, daß es dem Menschen ermöglicht, ein vollkommenes, menschenwürdiges Leben zu führen und alle erdenklichen Konflikte zwischen seinem Geist und seinen körperlichen Trieben zu umgehen. Jede „Befriedigung“ außerhalb dieses Rahmens, bedeutet eine große Belastung für Herz und Geist des Menschen, die ihm unablässig Qualen bereitet und für Familie und Gesellschaft zu Leid und Unglück führt.

 

Gott will euch (eure Bürde) leichtmachen, denn der Mensch ist (ja) schwach (und für Irrtum anfällig) erschaffen worden. (4:28)

 

Wahrlich jene, die Glauben erlangen und rechtschaffene Taten tun, wird der Allergnädigste mit Liebe versehen. (19:96)

 

 

Freiburg im Breisgau, 21.01.2017

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